Hälfte fürs Budget

So viel verdient Regierung am Spritpreis

Diesel übersteigt vielerorts die 1,90 Euro in Österreich, der Benzin knackt oft die 1,70 Euro pro Liter. Die Hälfte des Spritpreises sind Steuern und Abgaben. 

Beim Diesel zahlt man rund 53% Steuern und Abgaben, beim Benzin sogar 58 %. Der Finanzminister freut sich allerdings nur bei der Umsatzsteuer über gestiegene Preise. Denn die Umsatzsteuer wird immer am Ende auf den Preis draufgeschlagen. Sie beträgt 17% und spült umso mehr Geld in die Staatskassen, je mehr der Spritpreis zulegt.

Die anderen beiden Steuern: CO2-Preis-Abgabe und die Mineralölsteuer sind sogenannte Mengensteuern und steigen nicht.  

Die Mineralölsteuer (MöSt) ist eine fixe Verbrauchssteuer pro Liter und ändert sich nicht mit dem Ölpreis.

  • Benzin: 48,2 Cent / Liter (netto)
  • Diesel: 39,7 Cent / Liter (netto) 

Der nationale CO2-Preis liegt 2026 bei 55 Euro pro Tonne CO2 (dieser Wert wurde von 2025 übernommen). Umgerechnet auf den Liter Sprit ergibt das:

  • Benzin: ca. 12,5 Cent / Liter (netto)
  • Diesel: ca. 13,8 Cent / Liter (netto) 

Außerdem gehören der Republik 31% des größten Mineralölkonzerns OMV: Die Dividenden fließen ins Budget.

Die Autoclubs trommeln bereits für Steuersenkungen, um die Preise an den Zapfsäulen zu senken. "Zum Beispiel durch Senkungen der Mineralölsteuer oder der CO2-Bepreisung. Immerhin fließt rund die Hälfte des Spritpreises ins allgemeine Budget. Der Budgethaushalt profitiert unter anderem auch durch höhere Umsatzsteuereinnahmen von den gestiegenen Nettopreisen", stellt der ÖAMTC klar.

 

Die Infografik zeigt die prozentuale Zusammensetzung der Treibstoffpreise für Diesel und Superbenzin. Beim Diesel macht der Nettopreis 47 % aus, die Mineralölsteuer 27 %, die Umsatzsteuer 17 % und der CO2-Preis 9 %. Beim Superbenzin beträgt der Nettopreis 42 %, die Mineralölsteuer 33 %, die Umsatzsteuer 17 % und der CO2-Preis 9 %. Quelle: ÖAMTC.

 

Zugleich beklagen die Clubs eine "Abzocke" durch die Mineralölindustrie. Das scheint System zu haben: So stand schon im Jahr 2022 im Behördenbericht nach der Spritpreisprüfung: "Die Ergebnisse der Branchenuntersuchung zeigen, dass der überwiegende Teil des Preisanstiegs an den Tankstellen auf gestiegene internationale Preisnotierungen für Diesel und Benzin zurückzuführen ist. Internationale Preisnotierungen dienen in Lieferverträgen als Referenzpreise für die Bestimmung von Großhandels- oder Raffinerieabgabepreisen. Gleichzeitig finden sich allerdings seit Beginn des Krieges in der Ukraine auch deutlich höhere Gewinnmargen bei den Raffinerien der Mineralölkonzerne, sowie im März höhere Bruttomargen bei Tankstellen."

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