Ermittler schenken Grasser keinen Glauben

Geldkoffer-Affäre

Ermittler schenken Grasser keinen Glauben

Behörden gehen davon aus, dass es sich bei den 500.000 Euro um Schmiergeld handelt.

Rund 500.000 Euro will Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (zuerst FPÖ, dann ÖVP) für seine Schwiegermutter Marina Giori-Lhota mittels Geldtransfer in bar über die Schweizer Grenze veranlagt haben, damit dieser sein Geschick bei Veranlagungen beweisen könne - so zumindest die Version des ehemaligen Ministers. Die Ermittlungsbehörden sehen dies anders und können das auch mit Bewegungsprotokollen belegen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" vorab. "Stimmt nicht", sagt Grasser-Anwalt Manfred Ainedter.

500.000 Euro
Geht es nach den Ermittlern, dann sind die 500.000 Euro Schmiergeld aus dem Verkauf der staatlichen Buwog unter dem damaligen Finanzminister Grasser. Dies sei unter anderem dadurch belegbar, dass sich weder seine Schwiegermutter noch Grasser selbst zu der von ihm genannten Zeit in der Schweiz aufgehalten hätten. Für diesen Nachweis hat die Justiz keine Mühen gescheut und unter anderem bei Kreditkartenfirmen, Reisebüros und Fluglinien aufwendig recherchiert. Laut Ainedter lief der Aufwand der Behörden allerdings ins Leere, denn nicht jede Bewegung sei auch erfassbar - so gebe es auch die Möglichkeit von der Schweiz mittels Auto nach Österreich zu reisen, meinte er zur APA.

   Dem Bericht zu folge würden aber die Flugdaten bei den Austrain Airlines beweisen, dass Grasser zu den fraglichen Zeitpunkten nicht bei den Eidgenossen, sondern in Neapel und Peking war. Mehr Licht in die Causa könnten die Aussagen von Giori-Lhota und Grassers Ehefrau Fiona Pacifico Griffini-Grasser, die ebenfalls bei der angeblichen Geldübergabe durch die Schwiegermutter dabei gewesen sein soll, bringen - doch diese entschlagen sich der Aussage.

   In dem Anlassbericht der Justiz vom 24. Jänner 2013, der "Format" nach Eigenangaben vorliegt, heißt es: "Der Erhebungsbericht erhärtet den Verdacht, dass Karl-Heinz Grasser am Geld, welches in bar am Ferint-Konto bei der Meinl Bank eingezahlt wurde, persönlich wirtschaftlich berechtigt ist und es nicht, wie von ihm behauptet, von seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota stammt." Vielmehr sei es Geld aus dem Buwog-Verkauf.