Europas Leitbörsen zu Mittag weiterhin schwach

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag am frühen Nachmittag weiterhin einheitlich schwächer tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 13,50 Einheiten oder 0,42 Prozent auf 3.217,42 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.10 Uhr mit 9.860,86 Punkten und einem Minus von 45,21 Einheiten oder 0,46 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor 32,27 Zähler oder 0,47 Prozent und steht nun bei 6.791,24 Stellen.

Anleger warten gespannt auf den Start der Quartalsberichtssaison in den USA, die am Abend traditionell der US-Aluminiumkonzern Alcoa einläutet. Das Interesse an Aktien sei deshalb gering, meinten Börsianer. Zudem seien die Sorgen vor einer Eskalation im Nahen Osten gestiegen, sagten Analysten. Nach dem Beginn einer Luftoffensive im Gazastreifen stellt sich die israelische Armee auch auf den Einsatz von Bodentruppen in dem Palästinensergebiet ein.

Auffällig verhält sich der Bankensektor. Bei einigen Werten werden einem Händler zufolge derzeit immer wieder automatische Verkaufsaufträge zur Verlustbegrenzung - die so genannten "Stop-Loss-Aufträge" - ausgelöst. Das sorge für anhaltenden Druck auf die Kurse. Zudem lasteten Abschreibungen einiger Institute in Osteuropa und das fortgesetzte Niedrigzinsumfeld auf der Branche. Hinzu kämen Medienberichte über Verhandlungen der Commerzbank mit der US-Justiz über mögliche Strafzahlungen.

Mittlerweile erscheine die im Vergleich zum Gesamtmarkt schwache Kursentwicklung des Sektors in den vergangenen beiden Wochen aber übertrieben, meinte der Händler. Die Aktien der Commerzbank fielen zuletzt am Dax-Ende um fast 3,66 Prozent auf 11,07 Euro, Unicredit-Papiere büßten mehr als 2 Prozent ein. Papiere von Deutsche Bank, BNP Paribas und Intesa SanPaolo verloren jeweils rund eineinhalb Prozent. Die Commerzbank habe Insiders zufolge Gespräche mit US-amerikanischen Behörden über eine Strafzahlung von 500 Mio. Dollar geführt.