EVN mit Minus beim Ergebnis

Quartalszahlen

EVN im 1. Quartal mit mehr Gewinn und Umsatz

Der niederösterreichische Versorger konnte im 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 Gewinn und Umsatz steigern. Das EBIT stieg um 8,3 % auf 95,1 Mio. Euro, das EBITDA um 17,7 % auf 157,2 Mio. Euro und das Konzernergebnis um 35,3 % auf 74,2 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 4,5 % auf 769,2 Mio. Euro.

Für das gesamte Geschäftsjahr rechnet die EVN mit einem Anstieg bei Umsatz und EBIT. Das Finanzergebnis sollte - trotz der unverändert niedrigen Ergebnisbeiträge der im Primärenergiebereich tätigen Beteiligungsunternehmen - über den Niveau des vorangegangenen Geschäftsjahres liegen. Das Konzernergebnis könne somit über dem Vorjahresniveau liegen.

Die Ergebniszahlen liegen über den Erwartungen. Analysten hatten im Mittel ein EBIT von 92,9 Mio. Euro, ein EBITDA von 144,1 Mio. Euro und einen Nettogewinn von 66,4 Mio. Euro erwartet. Beim Umsatz hatten die Analysten im Mittel mit etwas mehr (775,3 Mio. Euro) gerechnet.

Im Energiegeschäft habe der vergleichsweise kalte Winter zu einer größeren Nachfrage nach Strom, Gas und Wärme geführt. Im Segment Umwelt konnten ebenfalls höhere Umsatzerlöse erzielt werden.

Das Finanzergebnis drehte von -13,9 Mio. Euro in der Vergleichsperiode auf +3,6 Mio. Euro. Bei einem nahezu stabil gebliebenen Ergebnisbeitrag der at Equity einbezogenen assoziierten Unternehmen wurden Zinsergebnis und sonstiges Finanzergebnis verbessert. Die Eigenkapitalquote lag bei 46,3 %. Die Nettoverschuldung betrug 1,47 Mrd. Euro, daraus ergibt sich ein Gearing von 47,8 %.

Zuwächse in Südosteuropa

Die EVN konnte im 1. Quartal auch in Südosteuropa das Ergebnis verbessern. Das EBIT im Segment Energieversorgung Südosteuropa, das neben den Töchtern in Bulgarien und Mazedonien auch die Projektgesellschaft zur Errichtung der Gasnetze in Kroatien (Split und Zadar) enthält, war mit 0,8 (0,0) Mio. Euro knapp positiv. Der Vorsteuerverlust verringerte sich auf 4,5 Mio. Euro, nach -9,3 Mio. Euro im Vergleichszeitraum 2008/09. Der Umsatz stieg um 3,1 % auf 226 Mio. Euro, die Mitarbeiterzahl sank um fast 8 %.

Über eine eventuelle Aufstockung in Bulgarien hält man sich bedeckt. Die Regierung in Sofia will die restlichen 33 % verkaufen, die sie noch an Energieverteilern hält. Ein konkretes Angebot für den Kauf der vom bulgarischen Staat gehaltenen Anteile liege der EVN nicht vor. Die EVN begrüße ausdrücklich die langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem bulgarischen Staat zur Verbesserung der Versorgungssicherheit in Süd-Ost Bulgarien, wo der niederösterreichische Versorger vor fünf Jahren 67 % der Stromverteiler Plovdiv und Stara Zagora um zusammen 271 Mio. Euro gekauft hat.

In Zypern hat die EVN einen weiteren Auftrag erhalten: Die EVN-Tochter WTE Wassertechnik wird eine Abwasseranlage in Nikosia errichten und anschließend den Betrieb 10 Jahre führen. Mit einem Projektvolumen von 45 Mio. Euro wird eine Kapazität von 30.000 Kubikmetern pro Tag erreicht.

Forcierter Stellenabbau am Balkan

Fortgesetzt wurde in Südosteuropa der Stellenabbau. Die Beschäftigtenzahl im Ausland ging um 7,9 % bzw. 525 Personen auf rund 6.130 Mitarbeiter zurück. In Österreich stieg die Mitarbeiterzahl um 43 auf rund 2.550 Personen. Insgesamt sank die durchschnittliche Beschäftigtenzahl um 5,3 % auf 8.685 Mitarbeiter.

Der Stromabsatz in Bulgarien blieb mit rund 2.000 GWh (+0,7 %) weitgehend stabil. Wegen der Senkung der Endkundenpreise in Bulgarien um rund 1 % per Anfang Juli 2009 konnte dort nur ein geringer Umsatzanstieg erreicht werden. Ein Großteil des Umsatzanstieges in Südosteuropa komme daher aus Mazedonien, wo der Stromabsatz um 2,3 % auf rund 1.500 GWh gesteigert wurde. Per Anfang Februar 2010 wurden die Endkundenpreise in Mazedonien um 10 % erhöht. Von der Gesamterhöhung entfielen 51 Prozent auf EVN Macedonia, heißt es im Aktionärsbrief.

Höherer Österreich-Absatz dank strengem Winter

In Österreich führte vor allem die kalte Witterung zu höheren Absätzen bei Gas und Wärme. Bei Gas konnten durch die niedrigeren Temperaturen die Auswirkungen der Krise mehr als ausgeglichen werden, der Absatz stieg um 3,2 % auf rund 2.250 GWh. Bei Wärme gab es ein Plus um 8 % auf 474 GWh. Der Stromverkauf an Endkunden wurde, vor allem wegen der Tätigkeit der EnergieAllianz (EVN, Wien Energie, Bewag/Begas) außerhalb des EVN-Versorgungsgebiets, um 6,8 % auf 1.800 GWh erhöht.

Die Stromerzeugung der EVN sank um 4 % auf 1.200 GWh. Der Stromabsatz wurde im Konzern zu 23 (25) % durch Eigenerzeugung gedeckt. Ohne Südosteuropa, wo die EVN derzeit noch keine nennenswerten Erzeugungskapazitäten besitzt, waren es rund 68 (72) %.