Jürgen Stark befürchtet neue Blasen

EZB warnt vor zu langer Phase niedriger Zinsen

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat Währungshüter weltweit davor gewarnt, zu lange eine Politik des billigen Geldes zu betreiben. "Die Zinsen zu lange zu niedrig zu halten, könnte negative Nebeneffekte zeitigen", sagte das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) am 15.9. auf einer Wirtschaftskonferenz in Berlin.

Zugleich müssten die Notenbanker wegen der weltweit niedrigen Zinsen auf der Hut sein, dass es nicht zu neuen Exzessen an den Märken und neuen Blasen komme. Die EZB sei mit ihrer geldpolitischen Strategie allerdings gut gewappnet, solche Gefahren abzuwenden.

Auch EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte jüngst die Notenbanken weltweit gemahnt, künftig massiver gegen Vermögensblasen an den Finanzmärkten vorzugehen, damit Krisen abgewendet werden könnten.

Die EZB hat im Kampf gegen die Wirtschaftskrise den Leitzins auf das historisch niedrige Niveau von einem Prozent gesenkt. Zugleich unterstützt sie das Finanzsystem mit milliardenschweren Liquiditätsspritzen.

Stark betonte, der Zeitpunkt für einen Ausstieg der unkonventionellen Geldpolitik sei noch nicht gekommen. "Der Fakt, dass wir darüber sprechen, heißt nicht, dass wir schon dabei sind, es auch umzusetzen." Die Währungshüter seien aber darauf vorbereitet zu handeln, wenn der geeignete Zeitpunkt gekommen sei.