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Börse Tokio schließt etwas fester

Auftrieb erhielt der Aktienmarkt in Tokio von der Abschwächung des Yen. Der Nikkei-225 schloss nach regem Handel erstmals seit 5 Wochen wieder über der wichtigen Marke von 10.000 Punkten. Auf Wochensicht legte er um 10,4 % zu und damit so deutlich wie seit über 1 Jahr nicht mehr. Titel einiger exportorientierter Unternehmen wie Canon gehörten einmal mehr zu den Favoriten der Anleger.

"Die Nikkei-Erholung geht größtenteils auf die von der japanischen Zentralbank angekündigten Schritte zurück", sagte Masayoshi Okamoto, Chefhändler bei Jujiya Securities. "Jetzt müssen wir freilich erst mal abwarten, wie sich das alles auf die Wirtschaft auswirkt." Auf einer Sondersitzung beschloss die Bank von Japan am vergangenen Dienstag, die geldpolitischen Zügel weiter zu lockern und dem Markt rund 10 Billionen Yen (rund 77 Mrd. Euro) zuzuführen.

Unter den Exportwerten wurden sowohl Gewinne als auch Verluste verzeichnet. Honda legten um 1,5 % auf 3.030 Yen zu. Sony verteuerten sich um 1,4 % auf 2.510 Yen. Die Titel wurden auch von einer robusten Nachfrage nach Sony-Produkten im frühen Weihnachtsgeschäft gestützt. Toyota verbilligten sich hingegen um 0,8 % auf 3.730 Yen und Advantest fielen um 0,5 % auf 2.100 Yen.

Zu den Gewinnern zählten indes auch Japan Tobacco mit einem Aufschlag von 2,7 %. Die Credit Suisse stufte die Aktien von "Neutral" auf "Outperform" hoch. Das Risiko eines kräftigen Anstiegs der Tabaksteuer lasse nach, hieß es zur Begründung.

Gefragt waren auch Papiere von Japan Airlines (JAL) mit einem Plus von 8,7 % auf 100 Yen. American Airlines und andere Fluglinien aus der Oneworld-Allianz wollen zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft TPG 1,1 Mrd. Dollar in die Hand nehmen, um einen Wechsel der JAL in die Skyteam-Allianz um Delta Air Lines zu verhindern.

Auf der Verliererseite standen am letzten Handelstag der Woche Metallaktien. Pacific Metals sackten um 1,8 % auf 603 Yen ab. Toho Zinc und Dowa Holdings verbilligten sich gleichfalls.

Fernostbörsen schließen uneinheitlich

Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 0,25 %. Der FTSE Straits Times Index in Singapur schloss mit einem Minus von 0,61 %. Ausreißer nach unten war die Börse in Sydney. So fiel der All Ordinaries Index massiv um 1,42 % auf 4.721,2 Einheiten. Im Gegensatz dazu stand die Chinesische Börse. Der Shanghai Composite legte um starke 1,61 % zu.

Während die Börse in Tokio von einem schwächeren Yen profitierte, zeigten sich Börsen in Sydney und Hongkong von einem enttäuschend ausgefallenen ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich belastet. Dieser war im November unter die Expansionsschwelle gesunken. Sydney wurde zusätzlich von den Abschlägen der überproportional vertretenen Rohstofftitel nach unten gedrückt. Der Aktienmarkt in Shanghai wurde beflügelt, nachdem Sorgen um notwendige Kapitalerhöhungen bei Banken verflogen waren.

In Shanghai legten Industrial & Commercial Bank of China (ICBC) um 2,9 % auf 5,41 Yuan zu. China Construction Bank verteuerten sich um 3,9 % auf 6,2 Yuan. Bank of China gewannen 3,4 % auf 4,3 Yuan. Der chinesische Bankenregulator gab bekannt, dass die Minimum-Kernkapitalquote für Banken auf 11 % angehoben werde. Zuvor waren Beträge um die 13 % kolportiert worden, was sich in den vergangenen Tagen als Belastung für die Bankenwerte herausstellte. Die großen chinesischen Banken erfüllen schon heute die Quote von 11 %, womit keine Kapitalerhöhungen notwendig würden. Dies sorgte für Entspannung am Aktienmarkt, so Marktteilnehmer.

Citic Bank sprangen um den maximal möglichen Tagesbetrag von 10 % auf 7,27 Yuan nach oben. Die spanische Bank BBVA wird 1 Mrd. Euro für weitere 4,93 % an der Citic Bank aufwenden und damit ihren Anteil auf 15 % ausbauen

Rohstoffwerte zeigten sich von niedrigeren Metallpreisen belastet. In Shanghai fielen Papiere des größten chinesischen Goldproduzenten Zijin um 2,5 % auf 10,74 Yuan. Jiangxi Copper gaben 0,9 % auf 43,18 Yuan ab. In Sydney reduzierten sich Rio Tinto um 2,3 % auf 71,85 Australische Dollar. BHP Billiton büßten 2,5 % auf 41,4 Australische Dollar ein.