boerse_euroa

DAX rutscht ab

Europas Börsen mit massiven Verlusten

Der Euro-Stoxx-50 rasselte um 5,4 Prozent in die Tiefe.

Die europäischen Leitbörsen mussten am Donnerstag massive Verluste hinnehmen. Am Berichtstag herrschte mit geschürten Rezessionsängsten wieder Aktienausverkaufsstimmung, hieß es aus dem Handel. Ausgelöst wurde dieses Sentiment von einem regelrechten "Cocktail" schwacher US-Konjunkturdaten sowie der Schuldenkrise dies- und jenseits des Atlantiks.

Das US-Geschäftsklima in der Region Philadelphia ist im August regelrecht eingebrochen. Negative Überraschungen kamen auch aus dem US-Arbeitsmarkt und von der US-Inflationsfront. Zudem setzten die Analysten von Morgan Stanley ihre Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum nach unten. Die stark gestiegene Verunsicherung der Akteure führte den Goldpreis auf ein neues Rekordhoch und drückte die Öl- und Rohstoffpreis weit nach unten.

Der Euro-Stoxx-50 rasselte um 5,4 Prozent in die Tiefe. In New York rutschte der Dow Jones im Verlauf um mehr als vier Prozent ab. Der ATX verabschiedete sich mit einem Rückgang von 5,24 Prozent aus dem Handelstag. Der deutsche DAX steckte den größten Tagesverlust seit November 2008 ein.

Die Verkaufswelle erfasste alle Branchen. Beachtliche Kursabschläge gab es im Finanzsektor zu beobachten. Hier verwiesen Experten auf die Unsicherheit über die Finanzstärke europäischer Banken, nachdem das "Wall Street Journal" berichtet hatte, dass die US-Aufsichtsbehörde das US-Geschäft von europäischen Banken überprüfe.

Unter den Einzelwerten knickten die Papiere der französischen Großbank Societe Generale sogar zweistellig um 12,34 Prozent auf 21,60 Euro ein. Intesa San Paolo fielen in Mailand um mehr als neun Prozent. Einen Kurseinbruch von mehr als acht Prozent mussten auch ING Groep verbuchen. Die UniCredit-Papiere verloren um 7,41 Prozent auf 0,9555 Euro an Wert. In Zürich verbuchten Credit Suisse und UBS ein Minus von jeweils mehr als acht Prozent.

Unternehmensmeldungen wurden in diesem Umfeld in den Hintergrund gedrängt, lautete es aus einem Handelsraum. Der Schweizer Baustoffhersteller Holcim (minus 8,0 Prozent) hatte mit seinem vorgelegten Halbjahresresultat die Erwartungen der Analysten enttäuscht. Vor allem die höheren Energie-und Rohstoffpreise sowie der starke Franken machten Holcim zu schaffen.