Europas Börsen schließen im roten Bereich

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Verluste bei Bankaktien haben die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Freitag unter Druck gesetzt. Grund waren Vorwürfe der US-Börsenaufsicht gegen Goldman Sachs. Zuvor hatten schon enttäuschende Zahlen des US-Konzerns Google und ein schwaches Verbrauchervertrauen nach Leseart der Uni Michigan die Stimmung belastet. Der Euro-Stoxx 50 büßte 2,09 Prozent auf 2.949,65 Punkte ein.

Die US-Investmentbank Goldman Sachs soll Anleger hinters Licht geführt haben und erhielt daher am Freitag eine Anklage der US-Börsenaufsicht SEC. Goldman soll Anleger um mehr als eine Milliarde Dollar gebracht haben, indem die Bank ihnen ein Finanzprodukt verkaufte, das von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Der mächtige Hedgefonds Paulson & Co. hatte nach den Erkenntnissen der SEC gegen die Anleger gewettet. Goldman Sachs verschwieg dies jedoch laut Anklageschrift. Der Kurs der Goldman-Aktie brach daraufhin um rund zehn % ein und zog weltweit Bankenwerte nach unten. Credit Agricole verloren 3,47 % auf 13,20 Euro, Unicredit gab 3,83 % auf 2,1975 ab, ING sanken um 3,73 % auf 7,505 Euro und BNP Paribas verbilligten sich um 3,79 % auf 55,350 Euro.

In den Blick rückte außerdem der europäische Luftfahrtsektor: Aktien von Fluggesellschaften gaben überdurchschnittlich nach, denn sie litten darunter, dass zahlreiche Flüge wegen Aschewolken des isländischen Vulkans ausfallen. Die Wolke werde mindestens noch für die nächsten 24 Stunden den Flugverkehr lähmen, hieß es seitens der europäischen Flugsicherheitsbehörde Eurocontrol. Zwölf Länder in Europa haben ihren Luftraum inzwischen ganz oder teilweise gesperrt.

Air France-KLM büßten 3,42 % auf 12,44 Euro ein, Iberia sanken um 3,38 % auf 2,57 Euro. British Airways gaben 3,13 % auf 235,00 Pence ab und Ryanair fielen um 2,51 % auf 3,89 Euro.

Zu den Favoriten im Auswahlindex der Eurozone zählte die Aktie von Carrefour nach überraschend starken Umsatzzahlen und der Ankündigung eines Aktienrückkaufs. Die Titel des französischen Einzelhändlers stiegen um 1,37 % auf 38,390 Euro.

Die Aktien von LM Ericsson büßten nach anfänglichen Gewinnen im Einklang mit dem Gesamtmarkt 2,52 % auf 77,50 schwedische Kronen ein. Der angeschlagene Handyanbieter Sony Ericsson hatte trotz einen erneuten Absatzrückgangs im ersten Quartal wieder überraschend schwarze Zahlen geschrieben. Ein Analyst meinte zu den Zahlen, dass es zwar positiv sei, dass ein Gewinn erzielt wurde und der durchschnittliche Verkaufspreis gestiegen sei, aber dafür habe sich Sony Ericsson auf weniger Modelle konzentriert und die Volumen seien weitaus stärker als erwartet zurückgegangen. Auf den Konzern kämen noch eine Reihe größerer Herausforderungen zu.

ATX -2,06 % I DAX -1,76 % I FT-SE-100 -1,39 % I CAC-40 -1,94 % I SPI -0,98 %
FTSE MIB -2,26 % I IBEX-35 -2,29 % I AEX -1,64 % I BEL-20 -1,02 % I SX Gesamt -0,08 %

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