Europas Börsen uneinheitlich

Unternehmensergebnisse

Europas Börsen uneinheitlich

Baustoff-Sektor fester, Telekomtitel schwach, Lufthansa-Aktie unter Verkaufsdruck.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch im Mittagshandel uneinheitlich tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 gab 5,19 Einheiten oder 0,19 Prozent auf 2.657,18 Punkte ab. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.50 Uhr mit 7.765,69 Punkten und einem Plus von 13,24 Einheiten oder 0,17 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London erhöhte sich um 19,98 Zähler oder 0,31 Prozent auf 6.399,43 Stellen.

Am Nachmittag könnten neben dem Verbrauchervertrauen der Eurozone neue Daten vom US-Häusermarkt Impulse liefern. Am Abend warten Anleger dann mit Spannung auf das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung. Die Märkte zeigten sich insgesamt weiter robust, nicht etwa, weil Investoren besonders begeistert seien, sondern weil sie wegen der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken nach wie vor in Aktien gehen müssten, sagte Stratege Witold Bahrke von PFA Pension. Vor Fed-Protokoll dürften übertriebene Kursbewegungen aber ausbleiben, glaubt der Experte.

Kursaufschläge verzeichnete der Baustoff-Sektor, der sich an die Spitze der Stoxx-600-Branchenübersicht setzte. Schubkraft verliehen gute Zahlen des Zementproduzenten Lafarge. Die Franzosen profitierten 2012 von einer starken Nachfrage in den Schwellenländern sowie von Preiserhöhungen. Die Aktien sprangen um 6,84 Prozent nach oben.

Chemiewerte legten mehrheitlich ebenfalls zu. Vor allem die Aktien der BASF und von Bayer waren mit Kursgewinnen von 1,10 Prozent bzw. 1,38 Prozent gefragt.

Schwächer präsentierte sich dagegen die Telekombranche. KPN weiteten in Amsterdam ihre Verluste auf 8,46 Prozent aus, nachdem die Niederländer vom mexikanischen Großaktionär America Movil Unterstützung für ihre Kapitalerhöhung bekommen hatten. Bei France Telecom brach der Gewinn wegen gesunkener Umsätze und Abschreibungen ein. Nun wollen die Franzosen einen Teil ihrer gemeinsam mit der Deutschen Telekom betriebenen Mobilfunktochter Everything Everywhere verkaufen und zudem die Dividende beschränken. An der Börse gewannen die Titel zunächst deutlich dazu, drehten zuletzt aber mit 1,27 Prozent ins Minus.

Lufthansa gerieten nach ihrem Aufwärtstrend der vergangenen Monate mit der angekündigten Streichung der Dividende unter Druck. Die Aktien der größten deutschen Fluggesellschaft verloren am DAX-Ende 4,47 Prozent. Die Lufthansa hatte am Vorabend überraschend Eckdaten für 2012 vorgelegt. Zwar profitierte der Konzern stark von Beteiligungsverkäufen, der operative Gewinn aber sank und verfehlte die Markterwartungen. Der Vorstand setzt den Rotstift an. Neben dem Dividendenverzicht sind auch Standortschließungen geplant. Die Sparpläne belasten nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi die anstehenden Tarifverhandlungen. Händler befürchten damit auch neue Streikgefahren.

In London verbilligten sich die Anteilscheine von BHP Billiton nach Zahlen um 2,59 Prozent. Fallende Rohstoffpreise und ein schwächerer US-Dollar sorgten beim weltgrößten Bergbaukonzern im zweiten Halbjahr 2012 für einen Gewinneinbruch.

BP gewannen 0,67 Prozent dazu. Der britische Ölkonzern hat in einem wichtigen US-Prozess wegen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko einen Etappensieg errungen. Die Öl-Menge, für die das Unternehmen belangt werden kann, wurde um 810.000 Barrel gesenkt. Damit fällt die Maximalzahlung um bis zu 3,4 Milliarden Dollar niedriger aus.