Deutsche Börse Frankfurt DAX

Schlusshandel

Europas Leitbörsen einheitlich sehr fest

Konjunkturdaten blieben ohne Einfluss.

Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag einheitlich mit starken Gewinnen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verteuerte sich um 55,96 Einheiten oder 1,88 Prozent auf 3.031,05 Zähler. Die unerwartet frühe Drosselung der Anleihenkäufe der US-Notenbank Fed, das sogenannte "tapering", hat dem europäischen Börsenhandel im Tagesverlauf Auftrieb verliehen.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Fed hat zu Wochenmitte eine Reduktion des Anleihenkaufprogramms (QE3) beschlossen. Demnach werden die monatlichen Anleihenkäufe ab Jänner um 10 auf 75 Mrd. Dollar reduziert. Gleichzeitig wurde allerdings eine möglichst lange Fortführung der Niedrigzinspolitik bekräftigt. Eine Zinserhöhung soll nun erst nach einer deutlichen Unterschreitung des bisherigen Schwellenwertes einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent erfolgen.

Marktteilnehmer berichteten, dass Anleger die langsame Reduktion als positives Zeichen verstehen, wonach noch längere Zeit für Unterstützung der Märkte gesorgt sei. Zudem verstärkte die Drosselung den Konjunkturoptimismus unter den Investoren.

Konjunkturdaten verfehlten großteils Einfluss auf das heutige Handelsgeschehen auszuüben. Am Vormittag konnte die Leistungsbilanz der Eurozone einen überraschenden Überschuss aufweisen. Der Saldo stieg im Oktober von revidiert 14,9 auf 21,8 Mrd. Euro. Am Nachmittag stand in den USA besonders der Philly-Fed-Index im Fokus. Das Geschäftsklima in der Region Philadelphia hat sich im Dezember weniger als erwartet aufgehellt.

In einem auch zu Handelsschluss ausschließlich mit positiven Vorzeichen bestückten europäischen Branchenvergleich ging die Gesundheitsindustrie mit plus 2,32 Prozent an der Spitze aus dem Handel. Dahinter folgten die Medien- und Versicherungsbranche ebenfalls mit deutlichen Zugewinnen.

Unter den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 stieg die Deutsche Post als stärkster Wert um 3,79 Prozent auf 26,0 Euro. Zuvor hatten die Finanzexperten von JPMorgan die Einstufung "Overweight" für die Aktien der Deutschen Post bestätigt. Als Schlusslicht im europäischen Leitindex notierten UniCredit mit minus 0,38 Prozent bei 5,29 Euro.

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF bereitet angeblich ein Angebot für die RWE-Öl- und -Gastochter Dea vor. Das Angebot wäre mehrere Milliarden Euro wert, schrieb die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". BASF-Titel gingen mit einem Kursgewinn von 0,99 Prozent bei 75,25 Euro aus dem Handel.

Bayer hat indes das Übernahme-Angebot für seinen norwegischen Krebsmedizin-Partner Algeta aufgestockt. Das Unternehmen wäre nach dem aktuellen Angebot 1,93 Mrd. Euro wert. Bayer stiegen um 1,11 Prozent auf 99,40 Euro.

Siemens vermeldete eine bereits eine Übernahmevereinbarung mit Tesis PLMware geschlossen zu haben. Das Unternehmen im Industriesoftwarebereich soll zu einem nicht genannten Kaufpreis übernommen werden. Siemens sprangen um 2,31 Prozent auf 97,40 Euro.

Der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS nimmt den Preiskampf beim Eurofighter auf. Dringend benötigte Aufträge sollen in Zukunft durch einen 20 Prozent billigeren Preis des Kampfjets an Land gezogen werden, sagte der Leiter der neuen Konzernsparte Airbus Defence & Space Bernhard Gerwert. EADS-Titel rückten um 1,53 Prozent auf 55,84 Euro vor.