Im Frühhandel

Europas Leitbörsen gewinnen einheitlich dazu

Der Euro-Stoxx-50 legte um 0,56 Prozent oder 19,80 Punkte zu.

Die Leitbörsen in Europa haben sich am Donnerstagvormittag mit einheitlich festerer Tendenz gezeigt. Der Euro-Stoxx-50 stand gegen 10.30 Uhr mit plus 0,56 Prozent oder 19,80 Punkte bei 3.546,28 Einheiten. Der DAX in Frankfurt stieg 0,69 Prozent oder 77,60 Zähler auf 11.342,99 Punkte. In London zeigte sich der FT-SE-100 mit plus 0,18 Prozent oder 12,62 auf 6.842,89 Punkte.

Positive Konjunkturdaten aus China dürften dem Handel an Europas Leitbörsen wohl positive Impulse verschafft haben. Die chinesische Industrie fuhr im Mai ihre Produktion überraschend hoch. Die Fertigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent, Experten hatten mit einem weniger starken Plus auf 6,0 Prozent gerechnet. Ökonomen hatten jedoch ebenfalls die langsamer wachsenden Investitionen hervor. Diese hätten weniger stark zugelegt als gedacht.

In Europa wurden unterdessen Preisdaten aus Frankreich publiziert. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) zeigte im Jahresvergleich eine Teuerung von 0,3 Prozent an. Damit verzeichnete der Preisauftrieb wieder eine stärkere Dynamik, als noch im April, wo ein Plus von 0,1 Prozent notiert wurde.

Mit Spannung verfolgen Anleger weiterhin die Entwicklungen im griechischen Schuldenstreit. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat sich zuletzt positiv zu den jüngsten Gesprächen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras geäußert. Sie erklärte, es bestehe "absolute Einigkeit" darüber, dass Griechenland "jetzt mit Nachdruck und Hochdruck weiter mit den drei Institutionen arbeiten wird".

Unter den Einzelwerten rissen die Aktien des Postkonzerns Royal Mail ein deutliches Minus von 4,10 Prozent auf. Der britische Staat hatte zuvor verlautbart die Hälfte seiner 30-prozentigen Beteiligung in den vergangenen Tagen zum Stückpreis von 500 Pence verkauft zu haben. Damit fließen in Summe 750 Mio. Pfund (1 Mrd. Euro) an den Steuerzahler. Mit diesen zusätzlichen Mitteln sollten Staatsschulden reduziert werden, erklärte die Regierung. In weiterer Folge will sich Großbritannien komplett aus dem Unternehmen zurückziehen.

Der Ausstieg des britischen Staates wird auch der Royal Bank of Scotland (RBS) vorangetrieben. Der Finanzminister George Osborne signalisierte am Mittwochabend die Bereitschaft den 79-prozentigen Anteil an der Bank abzustoßen. Dies würde den Steuerzahler hingegen weniger gut stellen als bei der Royal Mail. Ein derzeitiger Verkauf würde dem Staat einen Verlust von 13 Mrd. Pfund bringen. Der Verkauf solle laut Osborne in den nächsten Monaten stattfinden. Die Aktien der RBS zeigten im frühen Handel ein Plus von 1,32 Prozent.