Börse Frankfurt

Trend setzt sich fort

Europas Leitbörsen im Verlauf leichter

Nicht nur in Wien, europaweit schwächeln die Banken wegen Basel III.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch zu Mittag belastet von neuen Sorgen um die Schuldenkrise in Europa einheitlich leichter tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 12.20 Uhr mit 6.089,80 Punkten und einem Minus von 28,09 Einheiten oder 0,46 %. Der FT-SE-100 der Börse London reduzierte sich um 29,0 Zähler oder 0,54 % auf 5.378,78 Stellen.

Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 sank 13,17 Einheiten oder 0,48 % auf 2.713,99 Punkte.

"Der Markt konsolidiert momentan die Gewinne der vergangenen Woche und leidet etwas unter den neuen Bankensorgen", kommentierte ein Marktstratege die Lage, nachdem schon am Vortag von der Aussicht auf schärfere Eigenkapitalregeln und unterschätzte Risiken beim jüngsten Banken-Stresstest die Rede gewesen war. "Die Kapitalbasis der Banken ist nach wie vor niedrig und könnte die Stimmung noch einige Tage belasten", ergänzte ein Analyst. Investoren zögen sich daher weiter aus riskanten Anlagen zurück, hieß es am Markt.

Bankaktien blieben wegen der anhaltenden Unsicherheit über die Kapitalausstattung der Institute europaweit unter Druck. Wie schon am Vortag wurden in Medienberichten die möglichen Belastungen durch schärfere Regeln zur Kapitalausstattung von Banken ("Basel III") diskutiert. Französische Banken kamen besonders stark unter Druck: Credit Agricole gaben um 3,62 % auf 10,255 Euro ab. Societe Generale und BNP Paribas gaben um 2,79 und 1,37 % nach.

Vodafone sanken 0,47 % auf 159,15 Pence. Der britische Telekomkonzern hat sich für 6,6 Milliarden US-Dollar von seinem 3,2-prozentigen Anteil an China Mobile getrennt und will mehr als zwei Drittel des Nettoerlöses für Aktienrückkäufe verwenden. Mit dem übrigen Geld wollen die Briten ihre Schulden reduzieren.

Minenwerte litten in London wie schon am Vortag darunter, dass die australische Premierministerin Julia Gillard dank der Unterstützung zweier unabhängiger Abgeordneter weiterregieren kann. Aussagen der Regierung, wonach man auf die Forderungen der unabhängigen Abgeordneten eingehen und eine Anpassung der geplanten Sondersteuer vornehmen könnte, konnten die Minenwerte dem negativen Markttrend nicht entziehen. Rio Tinto gaben um 0,96 % auf 3.414,50 Pence nach. BHP Billiton verloren 1,45 % auf 1.865 Pence, wurden aber auch ex Dividende gehandelt.

Aktien von Richemont sanken trotz überraschend gut eingeschätzter Umsatzzahlen unwesentlich um 0,02 % auf 41,85 Euro. Ein Händler begründete die Abgaben damit, dass die Erwartungen zuletzt bereits hoch gewesen seien und Investoren nun Kasse machten.

Im Fokus standen auch die Papiere von Swisscom, die sich um 0,13 % auf 398,20 Franken befestigten. Der Schweizer Telekomkonzern will seine italienische Tochter Fastweb komplett übernehmen und bietet den übrigen Aktionären 18 Euro in Bar. Die Aktien von Fastweb schnellten daraufhin um über 33,36 % auf 17,91 Euro in die Höhe.