Europas Leitbörsen schließen im Plus

4. Tag in Folge im Plus

Europas Leitbörsen schließen im Plus

Enttäuschung über das Finanzministertreffen grenzte Kursgewinne ein.

Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag mehrheitlich mit Gewinnen ins Wochenende gegangen. Trotz des großen Verfallstages an den Terminbörsen blieben stärkere Kursschwankungen aus. Der Euro-Stoxx-50 verabschiedete sich um minimale 0,17 % fester bei 2.159,28 Zähler ins Wochenende und schloss damit den vierten Tag in Folge im Plus.

Zentrales Thema am Markt war das heute begonnene Treffen der europäischen Finanzminister im polnischen Breslau, an dem erstmals auch der US-Finanzminister Timothy Geithner teilgenommen hat. Etwas enttäuscht reagierten die Märkte darauf, dass die Euro-Gruppe und die USA bisher nicht an einem gemeinsamen Strang ziehen, hieß es aus Marktkreisen. Die Euro-Finanzminister ließen Geithner mit dessen Forderung nach deutlich mehr Geld zur Finanzierung und Stabilisierung des Bankensektors in der EU sowie zu einer deutlichen Aufstockung des Rettungsschirms EFSF über die geplante 780 Mrd. Euro Garantien hinaus abblitzen.

Börsianer sprachen außerdem von verbreiteten Gewinnmitnahmen. Der Markt bleibt weiterhin hochnervös und viele Anleger wollen übers Wochenende keine allzu großen Positionen halten, hieß es. Für einen weiteren Belastungsfaktor sorgte die Nachricht, dass sich an dem neuen Hilfspaket für Griechenland nicht so viele private Gläubiger beteiligen wie ursprünglich erhofft.

Das Vertrauen an den Börsen war zuletzt angestiegen, nachdem die wichtigsten globalen Notenbanken am Donnerstag eine konzertierte Aktion angekündigt hatten, um europäische Banken gegen mögliche Liquiditätsengpässe abzusichern.

Im Branchenvergleich konnte sich der Versorgersektor gewinnreich präsentierten. Insbesondere die Papiere deutscher Energiekonzerne wie E.ON (plus 3,48 %) und RWE (plus 2,80 %) zeigten sich deutlich erholt. Dabei half eine Hochstufung von JP Morgan für die E.ON-Titel. Aus Frankreich legten die Titel von GDF Suez moderate 0,21 % auf 21,09 Euro zu.

Ebenfalls unter den stärkeren Gewinnern zu finden waren Papiere aus der Versicherungsbranche. So konnten sich etwa ING an der Spitze des Euro-Stoxx-50 um 4,38 % auf 61,24 Euro verbessern, während Allianz um 1,78 % auf 66,90 Euro zulegten. An der Londoner Börse verteuerten sich indes Legal & Genaral um 3,45 % auf 100,40 Pence.

Mit uneinheitlicher Tendenz verabschiedeten sich hingegen die in den vergangenen Tagen stark gefragten Bankenpapiere. Während sich Societe Generale um 3,44 % auf 18,96 Euro verteuerten und Deutsche Bank um 0,84 % auf 25,10 Euro stiegen, mussten die Aktien von Credit Agricole (minus 10,97 %) oder BNP Paribas (minus 7,56 %) deutlich Federn lassen.

UBS konnten sich unterdessen von ihren kräftigen Vortagesverlusten erholen und schlossen um 5,23 % fester bei 10,26 Franken. Die Aktien waren am Vortag als Reaktion auf einen von einem Mitarbeiter verursachten Milliardenschaden um über zehn Prozent abgestürzt. Zuletzt hatte die Ratingagentur Moody's eine Überprüfung der Kreditwürdigkeit der Bank angekündigt.