Europas Leitbörsen schließen mit Verlusten

Euro Stoxx 50

Europas Leitbörsen schließen mit Verlusten

Impulsarmer Handelstag - Nokia sehr stark.

Trotz positiver Stimmungsdaten sind die europäischen Börsen heute mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 fiel um 0,43 Prozent auf 3.563,29 Zähler.

Die Stimmung in der Wirtschaft der Eurozone hat sich zwar im April stärker als erwartet gebessert, konnte jedoch den europäischen Märkten keinen Drall in die Gewinnzone verpassen: Mit 109,6 Punkten legte das Barometer um 1,6 Punkte im April zum Vormonat zu, wie die EU-Kommission mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf 108,1 Punkte gerechnet.

Ebenfalls für wenige Impulse sorgte sowohl die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) die Zinssätze unverändert zu belassen, als auch die anschließende Pressekonferenz des EZB-Chefs Mario Draghi: Zwar seien Deflationsgefahren fast verschwunden, die Preisentwicklung brauche aber weiterhin Unterstützung durch die Geldpolitik, bekräftigte der EZB-Präsident. Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum habe sich verstetigt, "sie ist breit und solide". Doch es blieben Risiken.

Im Zusammenhang mit den Aussagen des EZB-Chefs meinte die Commerzbank, Mario Draghi habe alles getan, um die Zinserhöhungserwartungen einzudämmen. "Der von den Vertretern der hoch verschuldeten Länder dominierte EZB-Rat will noch lange keine höheren Zinsen", meinten die Experten in ihrem Bericht weiter.

Unter den Einzelwerten rückten die Aktien des finnischen Netzwerkausrüsters Nokia nach einer Zahlenvorlage ins Zentrum. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn sank im ersten Quartal um ein Prozent auf 341 Mio. Euro, fiel damit aber wie auch der Erlös besser aus als von Experten gedacht. Die Titel von Nokia stiegen um 4,34 Prozent.

Bayer verbesserte sich ebenfalls mit einem Plus von 4,26 Prozent. Gute Geschäfte mit Arzneimitteln haben dem Pharma- und Chemiekonzern zum Jahresauftakt ein Gewinnplus beschert. Im ersten Quartal erhöhte sich der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) um 14,9 Prozent auf 3,89 Mrd. Euro.

Anders präsentierten sich heute die Aktien der Deutschen Bank mit einem klaren Minus von 3,66 Prozent. Obwohl unterm Strich der Gewinn mit 575 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch wie im ersten Quartal 2016 war, konnte die Zahlenvorlage die Anleger nicht begeistern.

Trotz einer positiven Zahlenvorlage von BBVA schlossen die Aktien der spanischen Bank mit minus 2,06 Prozent. Der Überschuss des Finanzinstituts ist im ersten Quartal um 69 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro geklettert.

Mit Gewinnen gingen heute wiederum die Wertpapiere der französischen Airbus Group aus dem Handel (plus 1,23 Prozent). Der Flugzeugbauer hat im ersten Quartal dank des Verkaufs seiner Rüstungselektroniksparte einen Gewinn erwirtschaftet. Der Überschuss kletterte binnen Jahresfrist um die Hälfte auf 608 Mio. Euro.

Zuletzt rückten sich auch die Aktien des Ölkonzerns Neste in den Fokus. Das Unternehmen legte laut Medien schwache Margen vor, worauf die Anleger die Aktien mit einem Kursminus von 4,22 Prozent abstraften.