Europas Leitbörsen schließen tiefer

Konjunkturdaten gemischt

Europas Leitbörsen schließen tiefer

Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich deutlich um 2,07 Prozent.

Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich deutlich um 51,80 Einheiten oder 2,07 Prozent auf 2.454,26 Zähler. Das am Vortag verabschiedete Sparpaket Spaniens hatte den europäischen Börsen zum Wochenschluss noch zu einem kräftigen Auftakt verholfen. Im Verlauf drehten die Börsen dann aber in die Verlustzone. Die Nervosität im Vorfeld der nach Börsenschluss erwarteten Bankenstresstests in Spanien überwog, hieß es aus dem Handel.

Mit Spannung wurde zudem die Bonitätsbewertung für das angeschlagene Euroland durch die Ratingagentur Moody's erwartet. Die drei größten spanischen Banken Santander, BBVA und La Caixa haben nach Informationen der Zeitung "El País" den Stresstest bestanden und benötigten auch im schlimmsten Fall keine staatlichen Hilfen. Banco Santander verabschiedeten sich um 2,13 Prozent auf 5,795 Euro leichter aus dem Handel. Auch BBVA verzeichneten kräftige Einbußen von 1,88 Prozent auf 6,113 Euro.

Aktuelle Konjunkturdaten aus der Eurozone sind gemischt ausgefallen, waren allerdings wenig kursrelevant, wie Marktbeobachter berichteten. Nach einem schwachen Juli haben die deutschen Einzelhändler im August wieder bessere Geschäfte gemacht. In Frankreich sind die Verbraucherausgaben im August unterdessen überraschend stark gesunken. Darüber hinaus ist im zweiten Quartal die zweitgrößte Euro-Wirtschaft im Quartalsvergleich abermals nicht gewachsen. Mit Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Umfang von 36,9 Milliarden Euro will Frankreich das Haushaltsdefizit im kommenden Jahr auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) drücken.

Die neuen US-Zahlen zum Chicago-PMI und das Michigan Sentiment standen dann am Nachmittag zur Veröffentlichung an. Die Stimmung der US-Einkaufsmanager in der Region Chicago hat sich im September überraschend stark eingetrübt. Das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im September hat sich zudem weniger stark aufgehellt als zunächst gemeldet worden war.

Unter den Autowerten schlossen Daimler mit einem Minus von 0,91 Prozent auf 37,665 Euro und Renault mit einem Abschlag von 1,48 Prozent auf 36,52 Euro. Der Autobauer Daimler und die Allianz aus Renault und Nissan rücken noch enger zusammen, wie zum Wochenschluss bekannt wurde. Die Unternehmen wollen ihre seit 2010 laufende Kooperation vertiefen. Peugeot gingen unterdessen mit einem kräftigen Aufschlag von 2,69 Prozent auf 6,15 Euro ins Wochenende. Der im westslowakischen Trnava ansässige Pkw-Hersteller PSA Peugeot Citroen wird wegen des schleppenden Absatzes die Produktion im Herbst für drei Wochen einstellen, wie die Tageszeitung "Pravda" berichtete.

Die Titel des spanischen Textilkonzerns Inditex waren mit einem Plus von 0,51 Prozent auf 96,63 Euro die einzigen Gewinner innerhalb des Euro-Stoxx-50. Die Papiere des französischen Baustoffkonzerns Saint Gobain brachen unterdessen um 4,95 Prozent auf 27,335 Euro ein. Ebenfalls deutlich schwächer schlossen Philips mit einem beträchtlichen Abschlag von 4,14 Prozent auf 18,155 Euro.