Europas Leitbörsen weiterhin im Minus

Mittagskurse

Europas Leitbörsen weiterhin im Minus

Die schwachen Bankenwerte belasten die Märkte.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag zu Mittag einheitlich mit schwächeren Kursen tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 13.00 Uhr mit 6.118,43 Punkten und einem Minus von 36,61 Einheiten oder 0,59 %. Der FT-SE-100 der Börse London schwächte sich um 42,0 Zähler oder 0,77 % auf 5.397,16 Stellen ab.

Der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 fiel um 25,75 Einheiten oder 0,94 % auf 2.727,85 Punkte.

Belastet von schwachen Bankenwerten sind die wichtigsten europäischen Aktienmärkte am Dienstag im Handelsverlauf noch etwas tiefer ins Minus abgerutscht. Händler verwiesen auf einen Mangel an neuen Impulsen, bevor die Wall Street am Nachmittag nach der feiertagsbedingten Pause in den Handel zurückkehrt. Zudem gebe es noch immer einige Zweifel über das Wirtschaftswachstum im zweiten Halbjahr, sagte ein Ökonom.

Banken standen auch im Mittagshandel europaweit im Blickfeld der Anleger. Die Institute müssen mit harten Eigenkapitalregeln rechnen. Dies gehe aus vorliegenden Entscheidungsgrundlagen für den Baseler Ausschuss hervor, der an diesem Dienstag über die neuen Eigenkapitalregeln berät. Für Aufruhr sorgte Händlern zufolge aber auch ein Artikel, wonach in dem jüngst durchgeführten Stresstest die möglichen Belastungen durch den Ausfall potenziell riskanter Staatsanleihen nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt worden seien.

Aktien der Deutschen Bank notierten mit einem Minus von 1,75 % bei 49,28 Euro. Die französische Societe Generale verlor im Mittagshandel 3,36 % auf 42,83 Euro. Banco Santander gaben ebenfalls um 1,63 % auf 9,65 Euro nach.

Barclays fielen in London sogar um 3,21 % auf 312,5 Pence. Wie die britische Bank mitteilte, wird Firmenchef John Varley das Institut im März verlassen und die Führung an den Chef der Investment-Sparte, Bob Diamond, übergeben

Auch Minenwerte kamen unter Druck. Händler verwiesen darauf, dass die australische Premierministerin Julia Gillard vermutlich in eine zweite Amtszeit gehen wird und so die geplante Sondersteuer für Bergbaukonzerne weiter voranbringen könnte. Rio Tinto verloren 2,15 % auf 3.434,5 Pence.

Analystenkommentare sorgten ebenfalls für Bewegung auf den Märkten. Die Papiere von Nokia konnten ihre Kursgewinne weiter ausbauen. Die Titel schnellten in Helsinki um 3,62 % auf 7,44 Euro in die Höhe, nachdem Morgan Stanley die Aktien von "Underweight" auf "Overweight" hochgestuft und das Ziel von 6,50 auf 9,00 Euro angehoben hatte.

Titel von Fiat fielen hingegen um 2,28 % auf 9,64 Euro. Nomura hat Fiat von "Neutral" auf "Reduce" abgestuft, das Kursziel aber auf 11 Euro belassen. Weil der Autobauer zur Zeit eine Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften austrage, lasse sich die kurzfristige Geschäftsentwicklung nicht besonders gut prognostizieren, hieß es.