Europas Leitbörsen zu Mittag schwächer

Ölpreis gefallen

Europas Leitbörsen zu Mittag schwächer

Vor allem die Aktien von Rohstoff- und Ölkonzernen standen unter Druck.

Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch Verluste eingefahren. Nach den Vortages-Gewinnen hatten Experten bereits vor einer Überbewertung der Kursentwicklung gewarnt. Der Euro-Stoxx 50 büßte gegen Mittag um 0,22 % auf 2.731,60 Punkte ab. In Paris verlor der CAC-40-Index 0,21 % auf 3.655,36 Punkte. Der Londoner FTSE 100 fiel um 0,52 % auf 5.322,97 Punkte.

"Grenzen ausloten"
"Die Märkte befinden sich noch immer in einem starken Spannungsfeld. Noch zu Beginn des Monats haben sie ihre obere Grenze getestet und nun sind die Indizes dabei, ihre Grenzen nach unten auszuloten", sagte Alexandre Le Drogoff, technischer Analyst bei Aurel BGC. "Am Markt fehlt derzeit einfach die Zuversicht und das wird auch noch solange weitergehen, bis Investoren im September wieder aus ihren Ferien zurück sind."

Aktien von Rohstoff- und Ölkonzernen gerieten stark unter Druck und die entsprechenden Branchenindizes im Stoxx 600 büßten am meisten ein. Börsianer verwiesen auf niedrigere Öl-Futures aufgrund der Sorge um eine nachlassende Nachfrage in den USA. Total verloren 0,98 % auf 38,97 Euro. Royal Dutch Shell sanken um 0,66 % auf 1.724,50 Pence.

Minenaktien verloren ebenfalls an Boden und reduzierten ihre in den vergangenen Tagen verzeichneten Gewinne. BHP Billiton gaben um 1,23 % auf 1.892,50 Pence nach. Der weltgrößte Minenbetreiber strebt nun eine feindliche Übernahme des weltgrößten Kali-Produzenten Potash Corporation of Saskatchewan an. Den Potash-Aktionären soll nun direkt ein Angebot unterbreitet werden. Am Vortag hatte Potash das 38,6 Milliarden US-Dollar schwere Übernahmegebot von BHP Billiton als zu niedrig zurückgewiesen und sowohl Investoren wie Analysten erwarten, dass BHP die Offerte für Potash aufstocken wird. "Alle sagen, dass BHP mehr bezahlen wird", sagte Tom Elliott, Geschäftsführer bei MM&E Capital in Melbourne.

In Kopenhagen schockte Vestas Wind Systems mit einem weiteren Quartalsverlust die Börse. Zudem kappte Vestas den Gewinnausblick für 2010. Analysten hatten nach dem Verlust im ersten Quartal für das zweite Jahresviertel mit der Rückkehr in die Gewinnzone gerechnet. Der Weltmarktführer litt im abgelaufenen Quartal immer noch unter der schwachen Auftragslage aus dem Krisenjahr 2009. Die Aktie ging auf Talfahrt und verlor fast 20 % auf 253,70 dänische Kronen.

Wesentlich besser lief es dagegen für die Titel von Swiss Life. Sie verteuerten sich in Zürich nach Halbjahreszahlen um 5,78 % auf 107,90 Franken. Analysten sprachen von soliden Zahlen. Das vorgelegte Ergebnis liege bei der Entwicklung der Bruttoprämien, beim Betriebsergebnis und auch beim Reingewinn teilweise deutlich über den Konsensschätzungen, hieß es. Dasselbe gelte für die Eigenkapitalbasis. Lobende Worte fanden die Analysten zudem für die verbesserte operative Entwicklung.