Griechen-Krise belastet: ATX bricht um 4 % ein

Griechen-Krise belastet: ATX bricht um 4 % ein

Belastet wurde der Markt wie andere europäische Börsen auch von der Zuspitzung der Griechenland-Krise. Nachdem die Ratingagentur S&P am Dienstag ihre Ratings für Griechenland und Portugal gesenkt hatte, wird nun an den Märkten ein Übergreifen der griechischen Schuldenkrise auf andere Länder befürchtet.

"Das Problem ist, dass nicht wirklich eine Lösung parat steht", meinte ein Aktienhändler in Wien. "Das geplante Hilfspaket für Griechenland könnte zwar übers Jahr helfen, danach ist aber unklar wie es weiter geht", so der Händler. Auch dass neben Griechenland nun auch Portugal, Spanien und Italien als Kandidaten für eine Schuldenkrise gehandelt werden sei für die Märkte nicht vertrauenserweckend.

In Wien fielen die Verluste dabei am Mittwoch deutlich stärker aus als an anderen europäischen Finanzplätzen. "Wir holen heute die Verluste nach, die die anderen Börsen schon gestern gesehen haben", sagte ein Aktienhändler. Am Dienstag hatten andere europäische Börsen etwas stärker als Wien auf die S&P-Ratingsenkung reagiert.

Zudem dürfte auch ein Liquiditätsabschlag für die stärkeren Verluste in Wien am Mittwoch mitverantwortlich sein, vermutete ein Händler. Kleinere Aktientitel werden derzeit verhältnismäßig stärker abgestraft als große Blue Chips, hieß es am Markt. Entsprechend sei die Wiener Börse mit den großen europäischen Blue-Chips-Indizes nur bedingt vergleichbar.

Aus gesamteuropäischer Sicht müsse man den ATX eher mit Mid-Cap-Indizes wie den deutschen MDAX vergleichen, meinte ein Händler. Auch in Frankfurt gaben Mid-Caps gemessen am MDAX stärker nach als die im DAX notierten großen Titel.

Besonders stark unter Druck kamen in Wien die beiden schwer gewichteten Bankenwerte. Raiffeisen International büßten deutlich um 6,26 % auf 35,62 Euro ein. Erste Group fielen um 4,78 %ent auf 32,05 Euro. Auch an anderen Börsen in Europa verbuchten Bankenwerte größere Verluste.

Die übrigen ATX-Schwergewichte notierten ebenfalls deutlich im Minus. voestalpine verloren 3,13 % auf 27,85 Euro. OMV fielen um 2,46 % auf 27,80 Euro. Telekom Austria verloren 2,36 % auf 9,93 Euro.

Deutlich nach unten ging es in Wien auch mit einigen Immobilienaktien. So fielen Immofinanz bei höherem Volumen um 6,79 % auf 3,02 Euro. Warimpex fielen bei moderateren Umsätzen um 8,94 % auf 2,14 Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zu Sitzungsbeginn bei 2.700,99 Punkten, das Tagestief lag gegen 11:30 Uhr bei 2.575,75 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 4,23 Prozent tiefer bei 1.236,94 Punkten. Im prime market zeigten sich kein Titel mit höheren Kursen, 44 mit tieferen und einer unverändert.

Bis dato wurden im prime market 19.683.518 (Vortag: 4.604.963) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 387,81 (100,16) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 1.235.792 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 79,89 Mio. Euro entspricht.