US-Börsen

Wall Street überwiegend im Minus

Der Dow Jonesverlor 51,28 Einheiten oder 0,29 Prozent.

Die New Yorker Aktienbörsen haben am Dienstag nach einem schwachen Start ihre Verluste etwas eindämmen können. Der Dow Jones schloss dennoch mit minus 51,28 Einheiten oder 0,29 Prozent auf 17.801,20 Zähler.

Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index verlor 0,49 Punkte oder minus 0,02 Prozent auf 2.059,82 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index konnte sich mit plus 25,77 Einheiten oder 0,54 Prozent auf 4.766,47 Zähler retten.

Schwache Vorgaben aus Übersee hatten die Kurse nach gezogen, Chinas Aktienmärkte hatten zuvor ihren größten Einbruch seit fünf Jahren erlebt. Grund dafür waren neue Begrenzungen der Regierung für die Nutzung von Unternehmensanleihen als Sicherheiten, um schlummernde Risiken im Finanzmarkt zu bekämpfen. Das könnte Kredite teurer machen. Auch die Vorgaben aus Europa waren negativ, ein Kurssturz wegen vorgezogener Präsidentschaftswahlen in Athen zog die Börsen rund 13 Prozent nach unten.

Vor diesem Hintergrund rückte bereits in dieser Woche zunehmend die FOMC-Sitzung der US-Notenbank Fed in den Fokus, die in der kommenden Woche ansteht. Die US-Notenbank Fed könnte dem "Wall Street Journal" zufolge zu diesem Zeitpunkt schon die Passage streichen, dass der Leitzins auch nach dem Ende des Anleihekaufprogramms für einen "beträchtlichen Zeitraum" nahe der Nulllinie bleibt. Damit wäre der Boden für eine Zinserhöhung im ersten Halbjahr 2015 bereitet - es wäre die erste seit dem Sommer 2006.

Daten zu den Lagerbeständen der US-Großhandelsunternehmen im Oktober sind unterdessen stärker als erwartet gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat legten die Bestände um 0,4 Prozent zu. Ökonomen hatten nur einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Die Umsätze der Großhändler entwickelten sich auch besser als erwartet.

   Bei den Einzelwerten standen Aktien von Merck mit einem Minus von rund drei Prozent am unteren Ende des Dow Jones. Händler verwiesen auf eine negative Gerichtsentscheidung für Cubist Pharmaceuticals. Merck will den Antibiotika-Hersteller für einen Milliardenbetrag übernehmen. Ein Gericht in Delaware habe allerdings Patente für Cubicin für ungültig erklärt, hieß es. Damit verliere das wichtigste Präparat bereits 2016 den Patentschutz und nicht erst 2020.

   Citigroup verloren 0,92 Prozent. Milliardenrückstellungen für zusätzliche Rechtskosten drücken zum Jahresende den Gewinn der US-Großbank. Das Finanzinstitut werde dafür 2,7 Mrd. Dollar in der Quartalsbilanz verbuchen, räumte Bankchef Mike Corbat am Dienstag auf einer Investorenkonferenz in New York ein.

Die Größen der US-Bankenbranche müssen sich außerdem nach dem Willen der Federal Reserve mit dickeren Kapitalpolstern für künftige Krisen wappnen. Die US-Notenbank brachte am Dienstag eine entsprechende Initiative offiziell auf den Weg. Die geplanten Auflagen sollen für die acht größten Institute gelten, darunter JPMorgan Chase und Goldman Sachs. Die Aktien zeigten sich davon relativ unbeeindruckt: Goldman Sachs schlossen mit plus 0,14 Prozent, JPMorgan mit minus 0,35 Prozent

Auch Telekomwerte standen im Fokus: Die Aktien von T-Mobile US rutschten um rund 8,33 Prozent ab. Die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom kündigte die Ausgabe neuer Anteile an - konkret geht es um Vorzugspapiere, die später in Stammaktien gewandelt werden müssen.

Beim Konkurrenten Verizon Communications sorgten Aussagen, wonach die Mobilfunk-Margen im Schlussquartal unter günstigen Lockangeboten für neue Kunden leiden dürften, für Kursverluste von 4,05 Prozent, sie schlossen damit am Ende des Dow Jones.