Schnee

Starke US-Berichtssaison

Wiener Börse schließt fester

Raiffeisen Bank legen an der ATX-Spitze um 3,1 Prozent zu.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Dienstag bei schwachem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 24,22 Punkte oder 0,94 % auf 2.598,94 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 13 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.586 Punkten.

Einheitlich im grünen Bereich haben die europäischen Aktienmärkte den heutigen Handelstag beendet. Für Unterstützung sorgten im späten Handel zahlreiche positiv ausgefallene Quartalsberichte von US-Branchenriesen und eine dementsprechend freundliche Eröffnung an der Wall Street. So konnten Bank of America, Coca-Cola, Wells Fargo oder Johnson & Johnson mit ihrem Zahlenwerk positiv überraschen, die Negativschlagzeile brachte indessen Goldman Sachs mit schwächeren Ergebnissen als prognostiziert.

Zur Schuldenkrise in der Eurozone gab es indessen kaum Neuigkeiten, einzig Spanien konnte sich am Kapitalmarkt zu deutlich gestiegenen Zinsen erfolgreich mit Liquidität eindecken. Die Nachrichtenlage zu den heimischen Unternehmen gestaltete sich ebenfalls sommerlich dünn. Auch die heute vorgelegten Konjunkturdaten sorgten nur für spärliche Impulse.

Eine Studie der Societe Generale wirkte positiv für die heimischen Bankenwerte. Laut der vom "Standard" zitierten Studie würden die Erste Group und die Raiffeisen Bank International auch einen strengeren Stresstest, der Ausfälle von Staatsanleihen in den Krisenländern von bis zu 50 Prozent simuliert, mühelos bestehen. Sie ließen sogar gut kapitalgepolsterte Großbanken wie Intesa, BBVA oder BNP Paribas hinter sich. Raiffeisen Bank kletterten an der Spitze der Kurstafel um 3,09 % auf 33,55 Euro und Erste Group erhöhten sich um 0,83 % auf 32,90 Euro.

Auch die Meldung einer weiteren Razzia eines Werks in Hessen konnte die Aufwärtsbewegung bei den Aktien der voestalpine nicht bremsen. Die Titel kletterten um 2,41 % auf 36,70 Euro. Der Stahlkonzern gab bekannt, dass die Behörden bei der voestalpine BWG in Butzbach im Zuge eines Kartellverfahrens gegen Schienenhersteller eine Hausdurchsuchung durchgeführt haben. Der voestalpine und anderen Stahlunternehmen wird vorgeworfen, zwischen 1998 und 2008 unerlaubt Aufträge verteilt und Preise abgesprochen zu haben.

Sehr gut gesucht waren auch die Aktien aus dem Baubereich. So konnten sich Strabag um 2,01 % auf 19,28 Euro verbessern, während die Ziegel-Papiere von Wienerberger um 2,32 % höher bei 11,26 Euro schlossen. Zur Begründung verwiesen Marktteilnehmer auf positive Immobiliendaten aus den USA. Dort sind die Baubeginne mit der höchsten Rate seit einem halben Jahr gestiegen. AT&S konnten die kräftigen Verluste vom Vortag etwas eindämmen und stiegen um 2,76 % auf 12,85 Euro.

Beim Flughafen Wien steht nun der neue Vorstand fest. Der neue Zweiervorstand besteht ab September nach dem Beschluss der heutigen Vorstandssitzung aus Julian Jäger, bislang Chef des Flughafens Malta, und Günther Ofner, der bisher Vorstand der Burgenland Holding war. Jäger und Ofner waren von Anfang an als aussichtsreiche Kandidaten für die neue Unternehmensspitze gehandelt worden. Die Aktie des Wiener Airports ging um 3,01 % schwächer bei 32,20 Euro aus dem Handel.