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Wiener Börse startet klar schwächer

Stimmung deutscher Chefs hellt sich auf - KTM revidiert Gewinn nach oben.

Die Wiener Börse hat sich am Montag im Frühhandel klar schwächer präsentiert. Der ATX wurde gegen 9.45 Uhr mit 2.800,61 Punkten nach 2.829,43 Einheiten am Freitag errechnet, das ist ein Minus von 28,82 Punkten bzw. 1,02 Prozent.

Konjunkturseitig steht vor allem der Ifo-Geschäftsklimaindex aus Deutschland am Programm. Die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft hat sich im März überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex kletterte auf 112,3 von 111,1 Punkte, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung zu seiner Umfrage unter 7.000 Managern mitteilte. Die Firmenchefs bewerteten sowohl die Lage als auch die Aussichten für die kommenden sechs Monate besser als zuletzt. "Der Aufschwung gewinnt an Kraft", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Allerdings dürften Sorgen um die Durchsetzungsfähigkeit des US-Präsidenten Donald Trumps weiter belasten. Denn es war am Freitag der neuen Regierung unter Trump zum zweiten Mal nicht gelungen, die Gesundheitsreform durch das Parlament zu bringen. Sorge um ein Anhaltenden des politischen Dilemmas in Bezug auf die geplante Steuerreform setzt die Aktienmärkte weiter unter Druck.

Unterdessen sind die Gewinne der chinesischen Industrie in den ersten beiden Monaten des Jahres um fast ein Drittel gestiegen. Sie legten im Jänner und Februar zusammen um 31,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu auf umgerechnet rund 135 Mrd. Euro.

Bei den Einzelwerten notierten die Papiere von KTM um 0,84 Prozent fester bei 4,79 Euro, nachdem die KTM Industries-Gruppe ihren Gewinn für 2016 um knapp 5 Mio. Euro nach oben revidiert hatte. Das Ergebnis nach Steuern sprang damit im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 89 Mio. Euro. Die Dividende soll trotz Rekordjahrs bei 3 Cent je Stückaktie bleiben.

Auf der Verliererseite standen die Bank-Papiere. Raiffeisen Bank International verloren 0,81 Prozent. Die Erste Group notierte mit einem Abschlag von 1,48 Prozent. Der neue Risikovorstand der Erste Group, Ex-Bank Austria-Chef Willibald Cernko hatte die organisatorische Neuaufstellung der Bankenaufsicht als "glatte Themenverfehlung" bezeichnet. "Die Energie sollte auf eine Analyse verwendet werden, welche Vorschriften sich bewähren, welche Nachteile erzeugen, was man tun kann, um das System zu stärken", sagte Cernko in einem "Standard"-Interview.

Der ATX Prime notierte bei 1.420,00 Zählern und damit um 0,92 Prozent oder 13,14 Punkte tiefer. Im prime market zeigten sich sieben Titel mit höheren Kursen, 30 mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt 589.688 (Vortag: 511.203) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von 22,52 (21,73) Mio. Euro (Doppelzählung) gehandelt.