Wienerberger nach Zahlen unter Druck

Wiener Börse (Schluss)

Wienerberger nach Zahlen unter Druck

EZB-Spekulationen stützten europaweit - Bankenwerte stark.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am heutigen Dienstag bei durchschnittlichem Volumen mit einem moderaten Plus beendet. Der ATX stieg bis zur Schlussglocke um 9,1 Punkte oder 0,44 Prozent auf 2.090,83 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund drei Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.088 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,09 Prozent, DAX/Frankfurt +0,79 Prozent, FTSE/London +0,56 Prozent und CAC-40/Paris +0,93 Prozent. Marktbeobachter verwiesen auf die Hoffnung auf baldige Lösungsansätze in der Euro-Schuldenkrise. Stützend hätten sich in diesem Zusammenhang Spekulationen auf Anleihenkäufe seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgewirkt, hieß es.

In Wien gingen Wienerberger nach der Vorlage von Halbjahresergebnissen mit einem Kursabschlag von 5,17 Prozent auf 6,40 Euro aus dem Handel. Der Baustoffkonzern hatte beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) einen Rückgang um 16 Prozent auf 104,1 (123,4) Mio. Euro vermeldet. Das um Einmalfaktoren bereinigte operative Ergebnis Ebit fiel nach zwei Quartalen gar um 85 Prozent auf 4,1 (27,1) Mio. Euro.

Den Umsatz konnte Wienerberger lediglich wegen der Konsolidierung der Rohrtochter Pipelife um fünf Prozent auf 1,04 Mrd. (986 Mio.) Euro steigern. Die Experten der Baader Bank verwiesen auf das schwächer als erwartete operative Ergebnis und den eingetrübten Ausblick. Ein Händler sprach von schwachen Zahlen, die auch vom Markt schlecht aufgenommen worden seien.

Zwischenergebnisse legte auch das Immobilienunternehmen CA Immo vor, dessen Aktie mit einem Minus von 0,46 Prozent auf 8,57 Euro schloss. Der Gewinn des Immokonzerns kletterte um 83 Prozent auf 26,4 Mio. Euro, die Mieterlöse wuchsen um knapp 10 Prozent auf 140,7 Mio. Euro. Die Analysten der Baader Bank sprachen in einem Kommentar von einer erwartungsgemäßen Geschäftsentwicklung und einem positiven Ausblick.

Abseits von diesen beiden Zahlenveröffentlichungen sei das Geschäft ruhig und ohne nennenswerte Ereignisse verlaufen, sagte ein Wiener Händler. Gestützt wurde das Plus beim ATX von den kräftigen Zuwächsen im Banksektor. So zogen Raiffeisen als stärkster prime-market-Wert um 5,02 Prozent auf 28,78 Euro nach oben, dahinter rangierten Erste Group mit plus 3,13 Prozent auf 16,50 Euro.

Gefragt waren auch Flughafen Wien, sie stiegen im Vorfeld der morgigen Zwischenbilanzpräsentation um 2,64 Prozent auf 32,85 Euro an. Telekom Austria gingen wiederum 3,85 Prozent auf 6,45 Euro zurück. Hier könnte sich eine europaweit verhaltene Branchentendenz infolge einer Sektorabstufung durch die Finanzexperten der Cheuvreux zu Buche geschlagen haben, hieß es.