Europas Leitbörsen ohne klare Richtung

Zu Mittag

Europas Leitbörsen ohne klare Richtung

Der DAX notierte im Minus, der Euro-Stoxx-50 hingegen im Plus.

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag zu Mittag ohne klare Richtung tendiert. Der DAX in Frankfurt notierte um 12.40 Uhr mit 7.353,15 Punkten und einem Minus von 34,39 Einheiten oder 0,47 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London erhöhte sich hingegen um 15,1 Zähler oder 0,25 Prozent auf 5.938,76 Stellen. Auch der die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion umfassende Euro-Stoxx-50 legte 4,67 Einheiten oder 0,16 Prozent auf 2.885,98 Punkte zu.

Im Handelsverlauf zeigte ein Branchenvergleich den Technologiesektor weiterhin mit Kursverlusten. Bereits am Vortag hatte die Wall Street nach einer pessimistischen Aussage des Computerkonzerns Hewlett Packard (HP) in die Verlustzone gedreht. Der Konzernchef warnte vor einem "weiteren schwierigen Quartal" und mahnte seine Führungskräfte "auf jeden Pfennig zu achten und Neueinstellungen auf ein Minimum zu beschränken". Alcatel mussten ihre Verluste um 2,12 Prozent auf 4,15 Euro ausweiten. Auch Infineon zeigten sich mit minus 1,20 Prozent bei 8,09 Euro etwas tiefer in der Verlustzone.


Eine Reduktion der Kursverluste war im Automobilsektor zu beobachten, dennoch zeigte sich dieser weiterhin im Minus. Wie der europäische Branchenverband ACEA zuvor mitgeteilt hatte, sind die Autoverkäufe im April in der EU weiter gesunken. Mit Ausnahme von Deutschland, wo ein Zuwachs von 2,6 Prozent beobachtet werden konnte, schrumpften alle wichtigen Märkte. BMW notierten gegen Mittag nur noch mit einem Minus von 0,11 Prozent bei 61,47 Euro und auch Peugeot konnten einen Teil ihrer Verluste wettmachen und zeigten sich lediglich mit minus 0,46 Prozent bei 30,32 Euro.

Trotz einer Prognoseerhöhung der deutschen Chemieindustrie präsentierte sich diese weiterhin in der Verlustzone. Die deutsche Chemieindustrie hat nach einem außergewöhnlich starken Wachstumsschub im ersten Quartal die Prognosen für das Gesamtjahr deutlich erhöht. Trotz etlicher Risiken für die Weltwirtschaft bleibe die Branche optimistisch und rechne damit, dass die große Nachfrage nach chemischen Erzeugnissen im In- und Ausland weiter anhält, so der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI). Akzo Nobel schwächten sich um 0,85 Prozent auf 51,08 Euro ab, Lanxess verbilligten sich um 0,95 Prozent auf 59,74 Euro und Wacker Chemie verloren 2,00 Prozent auf 161,90 Euro.

Positive Bewegungen registrierte der Bankensektor, der in einem insgesamt schwachen Marktumfeld die Spitzenposition im Euro-Stoxx eingenommen hat. Händlern zufolge erholten sich die Bankenwerte etwas von ihren Abgaben am Vortag, als sie unter der am Markt spürbaren Verunsicherung wegen der europäischen Schuldenkrise gelitten hatten. Zu der etwas positiveren Stimmung habe auch eine gut verlaufende Auktion spanischer Staatsanleihen beigetragen, so ein Börsianer. Bei einer robusten Nachfrage waren die Renditen deutlich rückläufig gewesen. Societe General legten 1,37 Prozent auf 42,51 Euro zu, BNP Paribas verteuerten sich um 1,09 Prozent auf 53,66 Euro und die Deutsche Bank stiegen um 0,68 Prozent auf 42,19 Euro.

Unter den Einzelwerten notierten Vodafone mit einem Plus von 2,08 Prozent bei 171,75 Pence. Der Vorsteuergewinn des Mobilfunkanbieters ging zwar aufgrund von Verlusten in Südeuropa zurück, übertraf aber dennoch die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Zudem hat der Mobilfunkriese den Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr etwas stärker als erwartet gesteigert.

Mit einem Plus von 3,32 Prozent bei 27,99 Euro zeigten sich auch Aixtron nach einem Großauftrag von Samsung in der Gewinnzone. Der auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierte Maschinenbauer soll im Laufe des Jahres mehrere Anlagen zur LED-Herstellung an die Südkoreaner liefern. Zum genauen Umfang des Auftrags wollte sich Aixtron nicht äußern.