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Konkurrenzprojekt

Gazprom sägt an der Nabucco-Pipeline

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Die Russen wollen die RWE für ihre Gas-Pipeline South Stream gewinnen. Doch RWE hält weiter auch an Nabucco fest.

Der staatliche russische Gasmonopolist Gazprom will laut "Handelsblatt" vom Montag den deutschen Energiekonzern RWE dazu bewegen, sich an der geplanten South Stream Gaspipeline zu beteiligen. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen habe Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew die Essener RWE zu einer Beteiligung eingeladen. South Stream gilt als Konkurrenzprojekt zu der von der EU unterstützten Nabucco-Pipeline unter Federführung der OMV. Würde es der Gazprom gelingen, die RWE aus dem Nabucco-Konsortium herauszubrechen, wäre das Projekt kaum mehr zu halten.

RWE hält weiter an Nabucco fest

Doch die Spekulationen um eine mögliche RWE-Teilnahme am Projekt South Stream wollen weder der deutsche Konzern noch die Projektgesellschaft Nabucco kommentieren. RWE, in Österreich zu rund einem Drittel an der Kelag beteiligt, bekannte sich zum Projekt Nabucco unter Federführung der OMV: Nabucco passt gut zur Konzern-Strategie in Europa und in der kaspischen Region, erklärte RWE-Sprecher Michael Rosen.

Nabucco: Projekt wird umgesetzt

Die Nabucco-Projektgesellschaft erklärte, dass das Projekt auf Schienen sei und umgesetzt werde. "Das Nabucco Projekt ist die derzeit einzige wegweisende und wirtschaftliche Initiative für mehr Vielfalt an Gas-Quellen und -transportrouten und Wettbewerb in Europa. Kein anderes Projekt im südlichen Korridor bietet diese Vorteile und ist ähnlich fortgeschritten und gut aufgestellt wie Nabucco."

Europas Unabhängigkeit vom Gas

Nabucco soll 2014 fertiggestellt werden und unter Umgehung Russlands jährlich 31 Milliarden Kubikmeter Gas aus der Kaspischen Region nach Europa pumpen - von der Türkei bis nach Österreich. Das Gas soll aus zentralasiatischen Lieferländern wie Aserbaidschan, Turkmenistan oder dem Nordirak stammen. Die EU verspricht sich von der 3.300 Kilometer langen Leitung mehr Unabhängigkeit von ihrem größten Erdgaslieferanten Russland.

South Stream gegen Nabucco

South Stream soll Erdgas von Russland über das Schwarze Meer nach Bulgarien und von dort in zwei Leitungen bis nach Österreich und Italien bringen. Da die Leitung rund 900 Kilometer durch das Schwarze Meer führt, wird die Ukraine umgangen. Mit dem Nachbarland hatte Russland oft Streit um den Gastransit, der schon mehrfach zur Unterbrechung der Lieferungen nach Westeuropa führte. Nach Vollendung der Leitung im Jahr 2015 ist eine Transportkapazität von 63 Mrd. Kubikmetern Gas im Jahr geplant. Das Projekt wird bisher vom russischen Energiekonzern Gazprom und der italienischen ENI-Gruppe vorangetrieben, im vergangenen Herbst stieg auch der staatliche französische Energiekonzern EDF ein. Österreich hat mit Russland ein bilaterales Regierungsabkommen über den Bau von South Stream unterzeichnet.

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