Auftakt zum Kampf um mehr Lohn

Konflikte

Auftakt zum Kampf um mehr Lohn

Morgen startet Metaller-Verhandlung
. 2 % gelten als Mindest-Forderung.

Mit der Übergabe der gegenseitigen Forderungen startet morgen die Herbstlohnrunde für die rund 165.000 Beschäftigten in der Metallindustrie, die traditionell Signalwirkung für die Abschlüsse in den anderen Branchen hat. Angesichts der zuletzt deutlich angehobenen Konjunkturprognosen (für heuer werden 2 % Wachstum vorhergesagt) werden die Arbeitnehmer auf eine Erhöhung klar über den 1,5 % des Vorjahres pochen. Mindestens 2 % müssten drin sein, heißt es.

"Ordentliche Erhöhung."
"Wir gehen mit sehr großen Erwartungen in die Verhandlungen", sagt der Vorsitzende der Gewerkschaft PRO-GE und Metaller-Chefverhandler Rainer Wimmer. "Wir sehen, dass die Konjunktur anzieht. Jetzt wollen wir, dass unsere Kolleginnen und Kollegen auch an diesem Erfolg teilhaben können." Wimmer verlangt "eine ordentliche Reallohnerhöhung".

Arbeitszeit-Konflikt
Zoff wird weniger wegen der prozentuellen Lohnerhöhung erwartet als wegen des Dauerstreitthemas Arbeitszeit. Hier sind die Positionen völlig konträr. Die Arbeitgeber pochen auf eine Flexibilisierung (= Anpassung der Arbeitszeit je nach Auftragslage), was die Kosten senken würde. Das hätte eigentlich schon nach dem vorjährigen Lohnabschluss verhandelt werden sollen, scheiterte aber.

Die Gewerkschaft hingegen fordert eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Lohn. Wimmer: "Die Auftragsbücher füllen sich und derzeit werden enorm viele Überstunden gefahren. Darum wird die Arbeitszeitverkürzung in unseren Verhandlungen eine sehr große Rolle spielen." Bei den Arbeitgebern wird er damit auf Granit beißen. Deren Chefverhandler Christoph Hinteregger, Vorstand beim Seilbahnhersteller Doppelmayr, sagt: "Das Auslaufmodell Arbeitszeitverkürzung würde die Wettbewerbsfähigkeit ernsthaft in Gefahr bringen, daher wird das mit uns nicht möglich sein."

Nach dem morgigen Auftakt wird am 14. und 21. Oktober verhandelt. Vorsorglich wurde auch schon ein weiterer Termin für 5. November fixiert