Lagarde will Banken zur Kasse bitten

Französische Boni-Steuer soll 360 Mio. bringen

Frankreich erhofft sich von seiner geplanten Sondersteuer auf Boni Einnahmen in Höhe von 360 Mio. Euro. "Die Banken werden die Steuer für rund 2.500 ihrer Mitarbeiter zahlen müssen", sagte Wirtschaftsministerin Christine Lagarde der Zeitung "Le Figaro". Von den Einnahmen solle mit 270 Mio. Euro die Verbesserung des Sicherungssystems für Einlagen von Bankkunden finanziert werden. Die restlichen 90 Mio. Euro würden direkt in den Staatshaushalt fließen.

"Ohne die außerordentlichen Staatshilfen hätten die Banken nicht die Gewinne realisieren können, die in den vergangenen Monaten eingefahren wurden. Unter diesen Bedingungen ist es gerechtfertigt, dass die Franzosen an diesen Ergebnissen beteiligt werden", begründete Lagarde die geplante einmalige Abgabe von 50 Prozent auf Sondervergütungen von über 27.500 Euro.

Sie erwarte, dass sich auch die Haltung der USA zu diesem Thema ändere. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man zulässt, dass sich die amerikanischen Banken der Maßlosigkeit hingeben", sagte die Wirtschaftsministerin. Auch in den USA gebe es eine starke öffentliche Meinung.