Haushaltsstreit hält Wall Street im Zaum

US-Börsen

Haushaltsstreit hält Wall Street im Zaum

Budgetkonflikt überschattet Anzeichen für Konjunkturerholung.

Die New Yorker Aktienbörsen haben am Mittwoch belastet vom politischen Konflikt rund um den US-Haushalt einheitlich tiefer geschlossen. Der Dow Jones gab 61,33 Einheiten oder 0,40 Prozent auf 15.273,26 Zähler ab. Der S&P-500 Index ermäßigte sich den vierten Tag in Folge, er sank um 4,65 Punkte (minus 0,27 Prozent) auf 1.692,77 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index ging um 7,15 Einheiten oder 0,19 Prozent auf 3.761,10 Punkte zurück.

Auf die Risikoneigung der Anleger drückte insbesondere die politische Pattsituation rund um den Haushaltsstreit in den USA. Bleibt eine Einigung zwischen den Republikanern und dem demokratischen Präsidenten Barack Obama aus, geht seiner Regierung zum 1. Oktober das Geld aus. Die Folge wären unter anderem Zwangsurlaube im öffentlichen Dienst sowie geschlossene staatliche Einrichtungen. An der gestiegenen Risikoscheu der Anleger konnten auch positive August-Daten zu den Aufträgen für langlebige Güter und zu den Neubauverkäufen nichts ändern.

Unter den Einzelwerten rangierten JPMorgan trotz wenig erfreulicher Neuigkeiten mit einem Kursplus von 2,74 Prozent auf 51,70 Dollar unangefochten an der Indexspitze des Dow Jones. Die Investmentbank pokert derzeit mit den US-Finanzaufsichtsbehörden um die Höhe der Zahlungen, mit denen sie laufenden Ermittlungen in einer ganzen Reihe von Gesetzesübertretungen beilegen will.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" bietet die New Yorker Großbank rund 3 Milliarden Dollar in Vergleichsverhandlungen mit dem Justizministerium. Das Ministerium verlange aber deutlich mehr, schrieb die Zeitung auf ihrer Internetseite unter Berufung auf Insider. Laut der US-Nachrichtenagentur Associated Press könnten die Strafzahlungen JPMorgan bis zu 11 Milliarden Dollar kosten, davon vier Milliarden Dollar an Konsumentenentlastungen.

Während einzig Cisco (plus 1,20 Prozent) im Dow Jones ebenfalls nennenswerte Zugewinne verbuchten, handelten sich die Aktien der Supermarktkette Wal-Mart mit minus 1,45 Prozent auf 74,65 Dollar die deutlichsten Verluste im Index ein. Berichte rund um gekürzte Bestellungen hatten die Papiere zwischenzeitlich noch tiefer ins Minus gedrückt. Nachdem Wal-Mart gegenüber dem Fernsehsender CNBC den Zusammenhang der gekürzten Bestellungen mit schlechtem Geschäftsgang in Abrede stellte, grenzte die Aktie ihre Verluste etwas ein.

An der NYSE rutschten zudem J.C. Penney um 14,96 Prozent auf 10,12 Dollar ab. Die Papiere der Warenhauskette zeigten sich auf ihren Tiefstständen seit Jahresende 2000, nachdem die Analysten von Goldman Sachs laut Bloomberg für das laufende Jahresviertel Probleme mit der Liquidität erwarten.