Trennung in Kern- und Abbaubank geplant

HSH-Aufsichtsrat billigt Sanierungskonzept

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Der Aufsichtsrat der HSH Nordbank hat das Sanierungskonzept des Vorstands für die Bank einmütig gebilligt. Damit wurde auch eine Aufspaltung der krisengeschüttelten Bank beschlossen. Das in den vergangenen Monaten erarbeitete Konzept sieht die zügige Trennung des Unternehmens in eine Kern- und eine Abbaubank vor.

Durch die Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder soll die Bilanzsumme der künftigen Kernbank um die Hälfte auf rund 112 Mrd. Euro gesenkt werden. Die HSH Nordbank, die durch die Finanzkrise schwer ins Schlingern geraten war, konnte wie andere Landesbanken, die nur durch milliardenschwere Hilfen der öffentlichen Hand gerettet werden.

Bei der Abbaubank handelt es sich um eine Abwicklungsbank für faule Finanzpapiere und auslaufende Geschäfte. Die HSH Nordbank hatte durch den Wertverlust ihrer Finanzanlagen sowie die Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers und die Zahlungsunfähigkeit Islands in den Jahren 2007 und 2008 Belastungen von mehreren Milliarden Euro Euro aufgehäuft.

Zukunfts-Konzept wird bei EU eingereicht

"Der Vorstand hat ein ausgereiftes Konzept vorgelegt, wie die Zukunftsfähigkeit der HSH Nordbank sichergestellt werden kann", sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrats Hilmar Kopper am 26. August. Der Plan werde in der kommenden Woche bei der EU zur Genehmigung eingereicht.

Der Aufsichtsrat tagte erstmals in seiner neuen Besetzung ohne Politiker, die auf der Kapitalseite überwiegend durch erfahrene Manager ersetzt wurden. "Ich war überrascht, wie positiv der Aufsichtsrat einschließlich der Arbeitnehmerseite die Arbeit des Vorstandes begleitet", sagte eines der neuen Mitglieder nach der Sitzung in Kiel.

Es habe Einvernehmen über die Situation der Bank und den Weg aus der Krise gegeben. Auch über die Fehler der Vergangenheit sei sich das Gremium einig gewesen. "Die Bank war stark vertriebsorientiert, es gab einen großen Druck auf Wachstum." Dabei seien Risiken vernachlässigt worden.

Der Aufsichtsrat beschäftigte sich auch mit den möglichen Bleibeprämien für einen Teil der Mitarbeiter der Bank, die zwischen Vorstand und Betriebsrat umstritten sind. Hier ist mittlerweile eine Einigungsstelle angerufen worden. In der Sitzung zeichnete sich demnach ab, dass Vorstand und Betriebsrat das Problem in der kommenden Woche lösen wollen.

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