Schuldsprüche für alle

Hypo-Chefs müssen ins Gefängnis

Wolfgang Kulterer / Gerichtsurteil
© APA
Ex-Hypo-Vorstand Wolfgang Kulterer erhielt dreieinhalb Jahre Haft.
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Für die ganze Sache hätte man kein Gericht gebraucht, erklärte der Anwalt von Wolfgang Kulterer, Ex-Boss der Kärntner Hypo, vor dem Urteil. Die 5,5 Millionen Euro, die verschwunden seien, hätte auch ein Banksachverständiger aufklären können. Das Gericht sah das anders und teilte im Prozess um einen Deal mit Vorzugsaktien harte Strafen aus: Für dreieinhalb Jahre schickt Richterin Sabine Roßmann Wolfgang Kulterer ins Gefängnis. Sein Ex-Vize in der Bank, Günter Striedinger, fasste vier Jahre Haft aus – beide wegen Untreue.

Der Steuerberater Hermann Gabriel muss als Beitragstäter viereinhalb Jahre, der Rechtsanwalt Gerhard Kucher vier Jahre hinter Gitter – sie waren laut Gericht federführend bei dem Deal. Die Strafen sind unbedingt und nicht rechtskräftig. Alle vier legten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein – und verließen fluchtartig den Gerichtssaal. Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker zu ÖSTERREICH: „Wir sind beide sehr überrascht, das Urteil entspricht nicht der Faktenlage.“

5,5 Millionen Euro futsch: „Ein Bombengeschäft“
Alles begann 2004: Die Ex-Banker sollen Aktionären zu fetten Gewinnen verholfen haben – zum Schaden der Bank. Bei einem Vorzugsaktiendeal sollen 5,5 Millionen Euro der Hypo im Kreis gewandert sein. Das Ganze sei für Kucher und Gabriel ein „Bombengeschäft“ gewesen, so Staatsanwalt Robert Riffel.
Die Angeklagten wurden nun schuldig gesprochen, über eine zweifelhafte Finanzkonstruktion in Liechtenstein das Eigenkapital der Hypo künstlich aufgebläht zu haben. Die wahren Geldflüsse wurden verschleiert.
„Kein Wirtschaftsprüfer würde ihre Konstruktion als Eigenmittel anerkennen“, so das Gericht zum Urteil.

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