Kaffee ist gesünder als sein Ruf

Schlechte Ernten

Kaffee wird bald noch teurer

Spekulation und niedrige Bestände - Händler erwarten steigende Preise.

Historisch niedrige Kaffeebestände und mehrere schlechte Ernten in Kolumbien haben im Jahr 2010 die Preise für Arabica-Bohnen um rund 70 Prozent auf 2,35 US-Dollar je Pfund ansteigen lassen. Weiters sind nach der Finanzkrise Agrarrohstoffe von Fonds sowie Spekulanten wieder entdeckt worden und Milliardenbeträge in diesen Bereich geflossen. Eine Regulierung auf Rohstoffspekulation wäre wünschenswert, aber schwer durchzusetzen, so ein deutscher Kaffeehändler, der ungenannt bleiben wollte. Für 2011 erwartet er weiterhin hohe Kaffeepreise.

Märkte unterversorgt

Bis Juni 2010 sei der Preis durch eine "Riesenernte" in Brasilien entspannt gewesen. Doch die zu erwartete Unterversorgung für 2011 und 2012 habe dann den Kaffeepreis unter Mitwirkung der Fonds in die Höhe schnellen lassen: Derzeit verliere die Kaffeeindustrie dadurch jeden Tag Geld, weil sie die Preiseentwicklung nur moderat an die Kunden weitergeben könne. "Man müsste die Preise deutlich erhöhen um die Weltmarktentwicklung auszugleichen", so der Experte.

Spekulation
Interessant für Spekulanten sind laut dem Kaffehändler Agrarrohstoffe wie Kaffee deswegen, weil die Anbauflächen zurückgehen und der Verbrauch durch das weltweite Bevölkerungswachstum steige. Es wäre wünschenswert die Rohstoffspekulation einzudämmen, aber dies sei aufgrund starker Lobbys schwer umsetzbar. Die Spekulation habe aber auch eine gute Seite, weil sie dem Kaffeemarkt Liquidität gebracht habe.

Für 2011 erwartet der Experte kein Platzen der Rohstoffblase: Er sehe kein Niveau von unter 2,0 US-Dollar pro Pfund (0,45 Kilogramm), sondern eher Potenzial nach oben.