Porsche Austria verklagt den VCÖ

CO2-Ausstoß

Porsche klagt Verkehrsclub Österreich

Der Volkswagen-Konzern wirft dem Verkehrsclub Geschäftsschädigung vor.

Die Porsche Holding, Österreichs größter Volkswagen-Importeur, hat den Verkehrsclub Österreich (VCÖ) auf 50.000 Euro verklagt. Hintergrund des Streits ist eine Presseaussendung des VCÖ, in der der Club den Autos von VW nur mittelmäßige Verbrauchswerte bescheinigt. Dies findet die Porsche-VW-Gruppe geschäftsschädigend. Der VCÖ weist die Vorwürfe zurück und will vor Gericht den Tatsachenbeweis antreten. VCÖ-Sprecher Christian Gratzer betont, der Verein habe nur aus einer EU-Statistik zitiert.

Politische Unterstützung für den VCÖ
Im Streit zwischen dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) und Porsche Austria hat der kleine Club nun große Unterstützung bekommen. Am heutigen Montag haben unter anderem die SPÖ, die Grünen, Greenpeace und der WWF den Autokonzern aufgefordert, die Klage geben die Non-Profit-Organisation zurück zu ziehen.

Greenpeace: "VW sollte lieber seine Hausaufgaben machen"
"Anstatt endlich seine Hausaufgaben zu machen und spritsparendere Fahrzeuge anzubieten, will der VW-Konzern lieber eine Organisation mundtot machen, die sich für klimafreundliche Mobilität einsetzt", empörte sich die Greenpeace-Konsumentensprecherin Claudia Sprinz am Montag in einer Aussendung. Klaus Kastenhofer, Geschäftsführer von GLOBAL 2000, ergänzte: "Seit 20 Jahren wird vom 3-Liter Verbrauch geredet, der Durchschnittsverbrauch der VW-Neuwagenflotte ist fast doppelt so hoch. Zum Schaden für das Klima. Und zum Schaden für die Autofahrer und Autofahrerinnen, die viel höhere Spritkosten haben".

SPÖ: "Klage einfach nur peinlich"
Für die SPÖ ist die Klage "einfach nur peinlich". Anstatt nachhaltig zum Klimaschutz beizutragen und ihrem historischen Auftrag nachzukommen - immerhin war der erste Hybrid-Antrieb der Welt eine Erfindung Porsches - "betreibt VW nun durch die Klage gegen den VCÖ nachhaltig Imageschädigung", so SPÖ-Umweltsprecherin Petra Bayr.

Grüne: "Fast zum Lachen"
In die gleiche Kerbe schlägt auch die Verkehrssprecherin der Grünen, Gabriela Moser: "Wäre es nicht der Versuch eines Weltkonzerns, seriöse Kritiker mit einer Klage mit saftigem Streitwert einzuschüchtern, wäre es fast zum Lachen: VW-Generalimporteur Porsche Austria zieht gegen den VCÖ vor Gericht, weil dieser auf offiziellen Daten der EU-Kommission (!) beruhende Angaben seiner europäischen Dachorganisation T&E verbreitete, die zeigen, dass die VW-Gruppe bei den durchschnittlichen CO2-Emissionen der 2009 in der EU verkauften Neuwagen unter 14 Hersteller-Gruppen nur den blamablen 12. Platz belegte."

VCÖ wehrt sich mit Online-Petition, Porsche beharrt auf Klage
Der VCÖ hat mittlerweile auf seiner Homepage eine Online-Petition gestartet. Porsche Austria hingegen beharrt auf der Klage. Der VCÖ habe Daten publiziert, die nichts mit der Realität zu tun hätten, "und das sollen sie zurück ziehen", so Sprecher Hermann Becker zur APA.