Privatstiftungen mit Wertschöpfung von 2,1 Mrd.

Durch die rund 3.250 österreichischen Privatstiftungen kommt es zu einer Wertschöpfung von rund 2,1 Mrd. Euro jährlich. Der Großteil der Wertschöpfung (1,7 Mrd. Euro) entfalle dabei auf Österreich. Dies entspreche einem Anteil von 0,79 Prozent an der gesamten heimischen Wertschöpfung (BIP).

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Institutes Economica, die vom Verband Österreichischer Privatstiftungen (VÖP) in Auftrag gegeben und am 29. Juni in der Industriellenvereinigung (IV) präsentiert wurde. Durch die privaten Stiftungen haben 25.000 Menschen (Vollzeitäquivalent) einen Arbeitsplatz, sagte VÖP- und IV-Präsident Veit Sorger. Wird in Kopfgrößen gerechnet, kommt es zu einem Effekt von 32.473 Stellen.

Insgesamt gibt es in Österreich aktuell 3.250 aufrechte Stiftungen, deren Marktwert sich nach Schätzungen des VÖP auf rund 60 Mrd. Euro beläuft. Mehr als 60 Prozent des Vermögens seien Unternehmensbeteiligungen, sagte VÖP-Generalsekretär und Fachverbands-Obmann Christoph Kraus. Unter dem wesentlichen Einfluss von Stiftungen stehen etwa die börsenotierten Unternehmen Erste Bank, Strabag, Andritz, Mayr-Melnhof, Zumtobel und Intercell. Auch bei nichtbörsenotierten Firmen wie Rauch, Red Bull, Swarovski oder Umdasch steht eine Stiftung im Hintergrund.

Hohe Eigenkapitalquote

Unternehmen, die von einer Stiftung verwaltet werden, haben laut Studie eine vergleichsweisen hohe Eigenkapitalquote von 44 Prozent. Unternehmen ohne Stiftungsbeteiligung weisen laut Studie eine Quote von 22,3 Prozent auf. Aus diesem Grund sei die Insolvenzwahrscheinlichkeit von Firmen mit Stiftungen im Rücken geringer, sagte Sorger. Den Vorwurf, dass es durch Privatstiftungen für den Staat zu einem hohen Steuerentgang komme, versuchte der VÖP-Präsident zu entkräften, räumte aber ein, dass dem Staat dadurch jährlich 40 Mio. Euro entgehen.

Angesichts der aktuellen Diskussion seien viele Stifter verunsichert und einige seien bereits aus Österreich abgewandert, so Sorger. Als prominentes Beispiel nannte er den Sponsor des Theater in der Josefstadt, Peter Pühringer. Wie viel Kapital durch die gesamten Abwanderungen abhandengekommen sei, konnte Sorger nicht beziffern. "Wir sollten alles unternehmen, dass wir Stiftungen attraktivieren", forderte Sorger daher.