Konzernchef Pfister sieht AWD als Schlüsselfaktor

Swiss Life setzt verstärkt auf AWD

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Der größte Schweizer Lebensversicherer will mittels Einsparungen und neuen Produkten rentabler werden. Dazu soll der im Vorjahr für 1,2 Mrd. Euro übernommene deutsche Finanzdienstleister AWD stärker als bisher genutzt werden. Für 2012 visiert Swiss Life eine Eigenkapitalrendite (ROE) von 10-12 % an. "Unser Ziel ist es, noch mehr über Broker, Makler und AWD zu verkaufen", sagte Konzernchef Bruno Pfister. "AWD ist ein Schlüsselfaktor in unserer Gruppen-Strategie."

Der Anteil der für Swiss Life relevanten Produkte am AWD-Vertrieb soll auf 20-25 % steigen. Um ihre Kapitalbasis zu stärken und rasch wieder ein A-Kreditrating zurückzugewinnen, will Swiss Life spätestens ab 2012 weniger Dividende zahlen. So sollen dann lediglich 20-40 % des Gewinns an die Anteilseigner ausgeschüttet werden. Vor Ausbruch der Finanzkrise, im Zuge derer auch das früher geltende ROE-Ziel von zwölf Prozent gekippt worden war, hatten die Aktionäre mit einer Ausschüttungsquoten von 40-60 % rechnen können.

Die Verluste schreibende AWD soll 2012 dann 80-100 Mio. Euro Vorsteuergewinn erzielen. Längerfristig sei ein Betriebsgewinn von mindestens 130 Mio. Euro erforderlich, um den Kaufpreis für den deutschen Finanzdienstleister zu rechtfertigen, sagte Pfister.

Swiss Life hat etwa die Hälfte der angekündigten Maßnahmen umgesetzt, mit denen die Kosten gegenüber 2008 um bis zu 400 Mio. Franken (265 Mio. Euro) gesenkt werden sollen. Nicht weitergekommen ist Swiss Life dagegen mit dem angestrebten Abbau seiner MLP-Beteiligung.

Der Anteil an dem nordbadischen Finanz- und Versicherungsvermittler soll aber weiterhin auf unter 10 % von derzeit 15,9 % gesenkt werden, wie Pfister sagte. Zudem kündigte er an, dass Swiss Life im 1. Quartal 2010 in Österreich mit eigenen Produkten vertreten sein wird.

An der Börse notierte die Swiss-Life-Aktie am Vormittag mit 132 Franken um 0,4 % unter ihrem Vortagsschluss. Die Ziele seien nicht wirklich neu, allerdings leichter zu erreichen, weil sie vager formuliert seien, sagte Kepler-Analyst Fabrizio Croce.

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