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Zinsschub in USA schickt Euro abwärts

Die Erhöhung des US-Diskontsatzes ist mehr ein Signal als eine richtige Zinserhöhung. Finanzmärkte und Euro reagieren trotzdem nervös.

Die überraschende Erhöhung des Diskontzinssatzes durch die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat die Finanzmärkte überrascht und den Euro geschwächt. Vorher lag der Diskontsatz der USA bei nur 0,5 %, jetzt sind es 0,75 Prozent. Das stärkte auch der US-Währung den Rücken: Der Euro, der ja schon wegen der griechischen Schulden-Diskussion unter Druck ist, fiel daraufhin unter 1,35 Dollar, erholte sich später aber.

Warum bloß jetzt?

"Überraschend an der Zinserhöhung war der frühe Zeitpunkt“, sagt Erste Group-Experte Rainer Singer, „denn sie war prinzipiell angekündigt, die Durchführung auf den Märkten aber eher für März erwartet worden.“ Die Fed will laut eigenen Angaben erreichen, dass die Banken sich wieder mehr (billigeres) Geld bei Privaten und nicht bei ihr ausborgen. Denn dafür gilt der Diskontsatz. Betroffen sind von der Maßnahme derzeit übrigens nur Gelder im Volumen von 14 Mrd. Dollar – ein "Nichts“ auf den Weltmärkten. "Volkswirtschaftlich hat das also keine Bedeutung“, so Singer.

Die Fed hat auch mitgeteilt, dass der wichtigere Leitzinssatz „Federal Funds Rate“ nicht angehoben wird. Das Ganze ist daher mehr Show als tatsächliche Zinserhöhung, so Analysten. Die Reaktionen auf den Märkten zeigen aber, dass es zumindest als Signal aufgefasst wird.

Geld wird teurer

Auf die Europäische Zentralbank (EZB) wird der US-Schritt keine Vorbildwirkung haben, sagt Erste-Volkswirtin Gudrun Egger. Freilich will die EZB ohnehin im März ihre eigenen Pläne für den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes erläutern. Diese diente in der Finanzkrise dazu, die Banken flüssig zu halten, doch jetzt ist das nicht mehr nötig.

Daher will auch die EZB Geld nun langsam knapper und teurer machen. Leitzinserhöhungen wird es aber frühestens im Herbst geben, glauben die Experten weiterhin.