GM: Opel-Entscheidung Anfang nächster Woche

Die ehemalige Opel-Mutter General Motors (GM) will bereits Anfang kommender Woche einen Käufer für Opel auswählen. Es sei wahrscheinlich, dass GM bereits "früh in der nächsten Woche" eine Entscheidung treffe, sagte der für das Geschäft in der Region Asien/Pazifik zuständige GM-Manager Nick Reilly der Agentur Bloomberg am Freitag.

Der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJ seien dabei "wahrscheinlich in einer führenden Position", sagte Reilly. Außerdem im Rennen ist noch der staatliche chinesische Autobauer BAIC.

Beide Bieter wollen möglichst dieses Wochenende unterschriftsreife Konzepte für Opel vorlegen. Die Entscheidung über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers liegt aber nicht allein bei GM. Die Interessenten müssen auch Bund und die Opel-Länder von ihren Konzepten überzeugen. Sie entscheiden über Bürgschaften für milliardenschwere Kredite, auf die alle Bieter ihre Zukunftspläne mit Opel bauen. Bisher stößt vor allem das Konzept von RHJ auf Widerstand in den Ländern.

Der belgische Finanzinvestor RHJ plant einem Zeitungsbericht zufolge den Abbau von 3.900 deutschen Arbeitsplätzen bei Opel im Falle einer Übernahme. Insgesamt sollen rund 9.900 Stellen in Europa wegfallen, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf das aktuelle Konzept, das die Beteiligungsgesellschaft am Mittwoch der Regierung vorgestellt habe.

Ferner solle das belgische Opel-Werk Antwerpen im Frühjahr 2010 geschlossen und der thüringische Standort Eisenach für zwei Jahre stillgelegt werden, bevor 2012 dort die Produktion wieder anlaufe, heißt es in dem Bericht. Die Arbeitsplätze in Eisenach sollten allerdings vollständig erhalten bleiben, in Bochum, Rüsselsheim und Kaiserslautern dagegen die Kapazitäten verkleinert werden. 2011 wolle RHJ mit Opel wieder operativ schwarze Zahlen schreiben, unter dem Strich solle zwei Jahre später wieder ein Nettogewinn stehen.