Hafenarbeiter in Marseille verwüsteten Chefbüro

Dutzende Hafenarbeiter haben am Montag den Chef der Hafengesellschaft von Marseille GPMM bedroht und sein Büro verwüstet. Die 40 teilweise maskierten Männer hieben mit Äxten und Eisenstangen auf die Einrichtung ein. Verkehrs-Staatssekretär Dominique Bussereau verurteilte die Attacke. "Die Gewalt kann nicht geduldet werden", erklärte der Staatssekretär in Paris.

Bussereau stellte sich demonstrativ hinter GPMM-Chef Jean-Claude Terrier, der ernannt worden war, um die vor einem Jahr per Gesetz beschlossene Hafenreform in Marseille gegen die Gewerkschaft CGT durchzusetzen. Die GPMM erklärte, die Randalierer seien in GPMM-Arbeitskleidung gekommen, hätten Terrier bedroht und sein Büro "mit Axthieben völlig verwüstet".

Eine Stunde zuvor habe der Hafenvorstand der CGT einen Brief mit Vorschlägen zur Übertragung von Arbeit des Containerterminals Mourepiane auf die Firma Intramar übermittelt. Intramar gehört zu Port Synergy, das der Dubai Ports World und der CMA CGM je zur Hälfte gehört.

Die GPMM will Klage einreichen und die Hafenreform fortsetzen. Die CGT wehrt sich gegen die Übertragung der Arbeiten von öffentlichen Betrieben auf Privatunternehmen. "Die Gewerkschaften lehnen die Anwendung des Gesetzes ab" erklärte Bussereau. Die Reform soll die Wettbewerbsfähigkeit von sieben der neun Freihäfen Frankreichs gegen Häfen wie Hamburg, Genua und Rotterdam stärken. Sie betrifft neben Marseille auch Bordeaux, Dünkirchen, Le Havre, La Rochelle, Nantes-Saint-Nazaire und Rouen.