Industrie in Euro-Krisenländern nimmt Fahrt auf

Dank der Erholung in den Krisenstaaten Spanien, Italien und Griechenland spürt die Industrie im Euroraum kräftigen Rückenwind. Der Einkaufsmanagerindex stieg um 1,3 auf 54,0 Punkte, wie das Umfrage-Institut Markit mitteilte. Das viel beachtete Barometer für die Wirtschaft signalisiert damit das kräftigste Wachstum seit Mai 2011.

Auch das Sorgenkind Griechenland überschritt erstmals seit 2009 wieder die Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Damit sind nun praktisch alle südlichen Mitgliedsländer wieder auf Wachstumskurs.

Dank steigender Nachfrage aus Übersee schaltete auch die deutsche Industrie einen Gang höher. Ihre Geschäfte liefen im Jänner so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex kletterte um 2,2 auf 56,5 Punkte. Produktion und Auftragszuwächse erreichten dabei fast ein Drei-Jahres-Hoch. Grund ist die anziehende Weltkonjunktur.

Auch in Frankreich sprechen immer mehr Anzeichen für eine allmähliche Stabilisierung: Die Wachstumsschwelle ist mit einem Wert von 49,3 Punkten in greifbare Nähe gerückt. Zugleich legten die Exportgeschäfte wieder zu. Italien und Spanien befinden sich ebenfalls im Aufwind.

Die bessere Konjunktur schlägt allmählich auch auf den Arbeitsmarkt durch. Für die Industrie der gesamten Eurozone wurde zum ersten Mal seit fast zwei Jahren ein Stellenplus gemessen. Die Unternehmen konnten ihre Verkaufspreise allerdings nur moderat anheben. Das spricht für weiter niedrigen Inflationsdruck. Die Teuerungsrate in der Eurozone war zu Jahresbeginn auf 0,7 Prozent gefallen.