Deutsche Industrie setzt zum Jahresendspurt an

Die deutsche Industrie gewinnt zum Jahresende überraschend deutlich an Fahrt und schafft wieder neue Jobs. Vor allem dank kräftig steigender Aufträge zogen die Geschäfte im Dezember so stark an wie seit Mitte 2011 nicht mehr, wie aus einer Markit-Umfrage unter rund 400 Betrieben hervorging. Der Einkaufsmanagerindex stieg zum November um 1,5 auf 54,2 Punkte.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten nur ein leichtes Plus auf 53 Zähler erwartet. Ab 50 Punkten signalisiert das Barometer Wachstum.

"Die Industrie legte einen fulminanten Jahresabschluss hin", sagte Markit-Ökonom Tim Moore. Erstmals seit März stellten die Betriebe per Saldo wieder Personal ein, es war der größte Jobaufbau seit zwei Jahren. "Dies deutet darauf hin, dass der Sektor seit Herbst spürbar an Dynamik gewonnen hat."

Bei den Dienstleistern ging es ebenfalls bergauf, das Wachstum verlangsamte sich aber etwas. Der Einkaufsmanagerindex sackte unerwartet auf 54 Zähler von zuletzt 55,7 Punkten ab. Fachleute hatten mit einem leichteren Rückgang gerechnet. Für 2014 peilen 29 Prozent der Service-Firmen bessere Geschäfte an, nur 17 Prozent befürchten ein Abflauen.

Der Index für die gesamte Privatwirtschaft, der Dienstleister und Industrie zusammenfasst, fiel im Dezember minimal auf 55,2 Zähler von 55,4. Dies ist dennoch der zweithöchste Stand seit zweieinhalb Jahren. Die Daten signalisieren laut Markit, dass die gesamte Wirtschaft im vierten Quartal 2013 und Anfang 2014 um rund 0,5 Prozent wachsen könnte. Im Sommer hatte es nur ein Plus von 0,3 Prozent gegeben.

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