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INSIDER-Interview

Millionär Koschat: "Warum ich mit Luxus protze"

Florian Koschat, Gründer von Pallas Capital, zeigt gern her, dass er viel Geld verdient. Das soll andere motivieren.

Alles an seinem Büro in der Alten Börse am Ring wirkt edel. Hohe Räume, teurer Whisky, Gold – so empfängt uns Koschat.
Wien. Der INSIDER besucht Florian Koschat, Investmentbanker und Gründer der Finanz­firma Pallas Capital, der mit Immobilienfinanzierungen und Unternehmensverkäufen Geld macht. Viel Geld. Und im Gegensatz zu anderen Unternehmern hält er damit nicht hinterm Berg. Auf Instagram und Facebook zeigt er sein luxuriöses ­Leben – Koschat mit Rolex, im Maybach, vor dem Privatjet: „Wenn man ein Imperium aufbaut, hat mein keine Zeit, an überfüllten Flughäfen auf einen verspäteten Linienflug zu warten. Mein Motto lautet daher: Vom Mercedes G63 direkt in den Learjet und Abflug“, verrät der Kärntner. Ein anderes Foto zeigt ihn, wie er vor der ­Kulisse von Monaco in einen weißen Lamborghini steigt.

"Zeige meinen Unternehmer-Lifestyle gerne auf Facebook"

Große Träume. Koschat, Vater von zwei Söhnen (18 und 5), zeigt seinen Lifestyle nach eigener Aussage gerne – denn so will er motivierte junge Menschen anziehen, die Karriere machen wollen wie er: „Es geht darum, große Träume zu haben.“ 

© Wolfgang Wolak
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Koschat im INSIDER-Interview

Insider: Herr Koschat, was halten Sie von der 3-G-Regel im Büro?
Florian Koschat: Finde ich gut, wir testen uns sowieso, bevor wir jemanden treffen oder zu einem Termin fliegen.
Insider: Fliegen Sie nur im Privatjet?
Koschat: Nicht nur, aber sehr oft. Zeit ist Geld. Als Investor bin ich viel in Deutschland und der Schweiz unterwegs.
Insider: Was halten Sie als Immo-Investor vom Mietdeckel?
Koschat: Ich halte nichts davon. Das ist zu überreguliert. Mir gefällt, wie sie es in Wien machen. Dass neue Projekte eine bestimmte Anzahl an leistbaren Wohnungen haben müssen.
Insider: Welches Auto fahren Sie?
Koschat: Am liebsten sitze ich hinten im Maybach – so habe ich Zeit, nachzudenken und mich vorzubereiten. Wir holen unsere Kunden auch mit dem Maybach ab, essen mit ihnen im Plachutta. Als Zeichen der Wertschätzung.
Insider: Wo machen Sie am liebsten Urlaub?
Koschat: An den Kärntner Seen – und ich spaziere gerne im Wald. Reisen führen mich auch nach Dubai und Monaco. Das sind gute Orte, um Investoren zu treffen.
Insider: Tragen Sie eine Rolex?
Koschat: Ja. Ich mag schöne Dinge. Die Rolex sehe ich aber auch als Wertanlage. Weil sie limitiert ist, steigt sie im Wert. Wie auch Bitcoin.
Insider: Ist Bitcoin nicht sehr umweltschädlich?
Koschat: Nein, zwei Drittel des Bitcoin-Minings werden schon mit erneuerbaren Energien betrieben. Viele wissen nicht, dass große Windparks in der Nacht Strom produzieren, der dann gar nicht gebraucht wird. Damit kann man ebenfalls Bitcoin minen und den Wert so speichern.
Insider: Wieso protzen Sie auf Instagram und Facebook mit Statussymbolen wie Privatjets oder teuren Autos?
Koschat: Damit leben wir den Unternehmer-Lifestyle vor. Mit unserer Positionierung in den sozialen Medien wollen wir junge Talente finden, die große Träume haben und dafür arbeiten. Für ein schönes Auto, ein großes Haus.
Insider: Auf was achten Sie bei jungen Menschen, die für Sie arbeiten wollen?
Koschat: Wichtig sind Ehrlichkeit. Fleiß. Sie müssen ein Ziel haben. Ich lege Wert auf Teamplayer. So führe ich auch Pallas Capital in einer Partnerschaft mit Helmut Kogler. Wenn sich ein 20-Jähriger erfolgreich bei uns einbringt, wird auch er am Erfolg beteiligt. Wichtig ist auch die Partnerschaft mit den Kunden.
Insider: Wie sieht die Arbeit für einen Anfänger aus?
Koschat: Am Anfang beginnt man als Analyst, führt viele Telefonate, kann auch bald Meetings leiten.
Insider: Sie finanzieren nicht nur Immo-Projekte, Sie suchen auch Nachfolger für KMU?
Koschat: Richtig. Viele mittelständische Unternehmer haben ihre Firma 30 Jahre lang aufgebaut, und dann will sie der eigene Nachwuchs vielleicht gar nicht übernehmen. Hier sorgen wir für eine faire Übergabe. Es muss ein Win-Win sein. Der junge Mensch, der die Firma führen will, beteiligt sich daran mit seinem eigenen Kapital. Wir schießen Kapital zu und helfen mit unserem Wissen.
Insider: Wie wird man reich?
Koschat: Wer nur reich werden will, macht etwas falsch. Wichtig ist es, etwas mit ­Leidenschaft zu tun. Fleiß schlägt Talent. Auch ich zeige wirklichen Einsatz, oft arbeite ich bis Mitternacht. Man muss Rückschläge wegstecken können. Weitermachen.
nieder: Ihr Vater war ein wichtiger SPÖ-Politiker in Kärnten, sogar Landtagspräsident. SPÖ: Das ist ja eine ganz andere Einstellung, könnte man meinen?
Koschat: Es gibt viele Parallelen. Mein Vater hat mir gezeigt, dass Ehrlichkeit zählt, Handschlagqualität. Er hat mich mitgenommen zu Sitzungen. Auch dort ging es um einen menschlichen Umgang miteinander, ein partnerschaftliches Verhältnis. Wie im Geschäftsleben auch.
Insider: Wer ist Ihr Vorbild?
Koschat: Ich habe mehrere Vorbilder. Es sind vor allem Unternehmerpersönlichkeiten, die es von unten nach oben geschafft haben. Die Arbeitsplätze schaffen, an denen ganze Familien hängen. A. Brüstle