Harte Zeiten für Österreichs Frächter

Q1: 124 Pleiten

Insolvenzen im Lkw-Güterverkehr steigen

Österreichs Frächter sind nach wie vor hart von der Krise betroffen. Im 1. Quartal 2010 wurden 124 Insolvenzen gezählt, ein Plus von 18 % gegenüber 2009. Gegenüber den ersten drei Monaten im Jahr 2008 gab es gar ein Plus von 57 %. Gleichzeitig stieg die Zahl der ins Ausland verlagerten Lkw deutlich an.

Gegenüber 2006 hat sich die Anzahl der ausgeflaggten Lkw auf 13.344 verdoppelt, rechnete am Mittwoch Alexander Klacska, Obmann der Transportsparte in der Wirtschaftskammer Wien, vor. Rund 8.500 Beschäftigte in der Transportbranche hätten derzeit keinen Job - bei insgesamt 80.000 Mitarbeitern momentan.

Der Obmann warnte vor einer Anhebung der Mineralölsteuer (MöSt) um 10 Cent je Liter, wie sie von der ÖVP überlegt wird. Dies würde zu einer weiteren Pleitewelle und einem noch stärkeren Ausflaggen führen.

Außerdem wäre das Ende des Tanktourismus aus dem Ausland ein wirtschaftlicher Schaden für das Land. Wenn schon die MöSt erhöht werde, dann müsse es dafür Entlastungen in anderen Bereichen geben, betonte Klacska. 10-20 % der Gesamtkosten eines Frächters würden auf den Dieselverbrauch entfallen.

Dass die Frächter eine teilweise MöSt-Befreiung wie die Landwirte erhalten, glaubt Klascka nicht. Eine MöSt-Erhöhung würde Autofahrer und Unternehmer mit 960 Mio. Euro belasten, durch den wegfallenden Tanktourismus fließen gleichzeitig 116 Mio. Euro weniger in den Staatshaushalt, so die Rechnung der Wirtschaftskammer Wien.

Ein klare Absage gab es zu dem ab und zu aufkochendem Thema der Zulassung von "Gigaliner", also Lkw mit 60 statt 40 t höchstzulässigem Gesamtgewicht. Diese seien für Österreich irrelevant, so Klacska.