100-köpfiger Ermittlertrupp zur Hypo-Aufarbeitung

Um 100 Mio. Euro

Kriminelles Netzwerk schädigte Kärntner Hypo

CSI-Hypo-Chef: Ursache für Wertverlust war auch das Geschäftsmodell selbst.

Die Kärntner Hypo Alpe Adria Bank ist einem kriminellen Netzwerk in die Hände gefallen, das die Bank um mehr als 100 Mio. Euro geschädigt hat. Dieser Verdacht erhärtet sich immer mehr für die vor rund vier Monaten von Finanzminister Josef Pröll (V)ins Leben gerufene CSI Hypo. Mehr als 50 Anzeigen wurden bei der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt in den vergangenen Monaten erstattet, berichtete der Leiter der CSI Hypo, Wolfgang Peschorn, am Mittwoch im ORF-Radio.

Mehrere Faktoren verantwortlich

Wie viele Verdächtige von den Anzeigen betroffenen sind, wollte Peschorn nicht sagen: "Gehen Sie davon aus, dass manche Anzeigen nicht nur eine Person nennen, sondern mehrere."

Für den Wertverlust der Bank in Milliardenhöhe waren aber mehrere Faktoren verantwortlich, sagt Peschorn. "Es waren Ursachen krimineller Natur, ganz sicher aber lagen einige Ursachen auch im Geschäftsmodell selbst und in der Geschäftsabwicklung bei der Vergabe von Krediten."

"Ermitteld wird in jede Richtung"

Die beiden ehemaligen Hypo-Bank Manager Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger werden bei der Staatsanwaltschaft als Beschuldigte geführt. Sie haben in Interviews betont, dass sich die umstrittenen Auslands-Kreditgeschäfte der Hypobank erst nach ihrem Abschied, unter bayrischer Führung von 16 Milliarden auf 30 verdoppelt hätten. Die CSI Hypo ermittelt auch in diese Richtung. Wesentlich für die Untersuchung sei der Prüfungszeitraum, sagt Peschorn: "Es geht hier nicht darum, punktuell die Vergangenheit aufzuarbeiten, sondern umfassend in jede Richtung zu ermitteln."

Im Sommer wird das CSI-Team wie gefordert einen ersten Zwischenbericht vorlegen. Dem werden noch weitere folgen, sagt Peschorn. Wann die Ermittlungen abgeschlossen sind, könne man noch nicht sagen.