Triste Auftragslage zwingt zu Streichungen

Massiver Jobabbau bei Tatra

Der im nordmährischen Koprivnice ansässige Lkw-Hersteller will 530 Stellen aufgrund des massiven Auftragsrückgangs abbauen.

Die Mitarbeiterzahl soll bis Ende 2009 auf rund 2.200 reduziert werden. Außerdem ist ab November die Verkürzung der Arbeitswoche von fünf auf vier Tage geplant. "Es ist eine Reaktion auf den Verkaufsrückgang am Lkw-Markt", erklärte Tatra-Sprecher Vladimir Bystrov gegenüber der tschechischen Nachrichtenagentur CTK.

Die Kündigungen seien Bestandteil eines Maßnahmenpakets, den die Geschäftsführung mit den Gewerkschaften sowie dem zuständigen Arbeitsamt in Novy Jicin besprochen habe. Der Jobabbau werde alle Mitarbeitergruppen treffen, einschließlich der Bürokräfte. Jene Mitarbeiter, die das Unternehmen sofort freiwillig verlassen, könnten mit einer zusätzlichen Abfindung von 5 Monatslöhnen rechnen.

Im Zeitraum von Juni 2008 bis Juni 2009 hatte Tatra bereits etwa 1.000 Arbeitsplätze gestrichen. 2008 verzeichnete die Firma einen Verlust in Höhe von 572 Mio. Kronen (22,5 Mio. Euro), im Jahr davor hatte der Lkw-Produzent einen Rekordgewinn in der Höhe von 859 Mio. Kronen erzielt. Im Vorjahr wurde ein Umsatz von 5,9 Mrd. Kronen erwirtschaftet. Heuer wird eine Rückgang um 40 % erwartet.

Kürzlich hatte Tatra einen Vertrag mit dem amerikanischen Produzent von militärischen Fahrzeugen, Navistar Defense, abgeschlossen. Tatra wird sich an der Produktion einer neuen Reihe von Terrain-Lkw beteiligen, indem sie die Fahrgestelle und Achsen liefen wird.

Der Lkw-Hersteller wird von vier tschechischen und vier ausländischen Investoren mittels der Gesellschaft Black River s.r.o. kontrolliert, die 51 % der Aktien von Tatra besitzt. Weitere 41 % gehören der Tatra Holdings, während sich der Rest im Streubesitz befindet.