Springer hält sich Einstieg bei Dogan offen

Der deutsche Medienkonzern Axel Springer ist weiterhin an einer Beteiligung an seinem türkischen Partner Dogan Yayin interessiert. Es treffe nicht zu, dass die Vertragspartner von ihrer Vereinbarung Abstand genommen hätten, teilte eine Sprecherin des "Bild"- und "Welt"-Herausgebers mit.

Seit dem Scheitern der Vergleichsgespräche in Dogans Steuerstreit liege der Kauf einer 29-Prozent-Beteiligung an dem für seine Massenblätter "Hürriyet" und "Milliyet" bekannten Konzern allerdings auf Eis. Es sei noch nicht absehbar, wann Springer sich entscheide, ob weiterhin an der Kaufabsicht festgehalten werde.

Das größte Medienunternehmen der Türkei hatte am Freitag hingegen mitgeteilt, dass der Anteilsverkauf an Springer endgültig vom Tisch sei. Ein Zustandekommen des Anteilskaufs ist an eine Einigung im Dogan-Steuerstreit geknüpft. Im November hatte Springer mitgeteilt, vorerst von einem Kauf abzusehen. Der Vertrag sei jedoch nicht erloschen.

Der deutsche Medienkonzern hält derzeit 25 % an Dogan Yayins Fernsehtochter Dogan TV. Nach der geplanten Kapitalerhöhung über 385 Mio. Dollar (283 Mio. Euro) seien es noch 20 %, erklärte die Springer-Sprecherin. An der Konzernholding Dogan Yayin ist Springer bisher nicht beteiligt.

Dogan Yayin gehört zum Firmenimperium des türkischen Unternehmers Aydin Dogan und kämpft seit Monaten gegen immense Steuerstrafen von mehr als 3 Mrd. Dollar. Dem Konzern werden Unregelmäßigkeiten bei Steuerzahlungen vorgeworfen. Auch die OMV ist Partner im Dogan-Unternehmen Petrol Ofisi.