Aufstand gegen Werbeverbot für Lebensmittel

Süßigkeiten und Co. am Pranger

Aufstand gegen Werbeverbot für Lebensmittel

Geplante Nährwert-Tabelle soll festlegen, welche Produkte nicht beworben werden dürfen.

in Gesetzesentwurf des Gesundheitsministeriums sorgt für Aufregung in Lebensmittelindustrie, Handel und Werbebranche. Denn es droht ein absolutes Werbeverbot für "ungesunde" Lebensmittel, die zu süß, zu salzig oder zu fett sind. Eine Art schwarze Liste soll anhand von Nährwertprofilen erstellt werden, die heute in der Nationalen Ernährungskommission beschlossen werden sollen.

Sogar Joghurt. Betroffen vom absoluten Werbeverbot wären u. a. Süßwaren, Desserts, Speiseeis, Müsliriegel, bestimmte Getränke, Wurst, Fischstäbchen, salzige Knabbereien. De facto droht auch ein Werbeverbot für Milchprodukte vom Joghurt bis zur Kakaomilch.

Hintergrund des Ganzen ist eine EU-Richtlinie, über die der österreichische Vorstoß aber weit hinausgeht. Die EU-Vorgabe ziele auf die Verringerung unangebrachter Werbung auf Kinder- Kanälen. Dafür gebe es in Österreich seit 2010 ein funktionierendes System der Selbstverpflichtung, betont der Markenartikelverband. Und: "Zusätzliche Belastungen für die österreichische Lebensmittelwirtschaft sind gerade in Corona-Zeiten absolut zu vermeiden."