Medizin von Osterinseln lässt Mäuse alt werden

Ein Naturstoff von den Osterinseln könnte eine neue Langlebigkeitsdroge werden. Bei älteren Mäusen verlängerte der Stoff Rapamycin das Leben um rund zehn Prozent. Das berichten amerikanische Forscher im britischen Fachjournal "Nature". Die Arznei ist dafür bekannt, das Immunsystem zu dämpfen, und wird bereits bei Transplantationen zur Verhinderung der Abstoßung fremder Organe eingesetzt. Rapamycin ist ein Stoffwechselprodukt des Bodenbakteriums Streptomyces hygroscopicus der Osterinseln (polynesisch: Rapa Nui).

Im Rahmen eines amerikanischen Anti-Aging-Programms wurde Rapamycin nun unter anderen Stoffen auf seine lebensverlängernde Wirkung geprüft, berichtet Davis Harrison vom Jackson Laboratory in Bar Harbor (USA). An drei verschiedenen Laboren bekamen Mäuse Futter mit der Substanz. Aufgrund von Problemen, den Stoff in die Nahrung von Mäusen zu integrieren, verzögerten sich die Versuche allerdings, und die Testmäuse waren deutlich älter als geplant.

Das Ergebnis überraschte die Forscher: Die Tiere, die einem Menschenalter von etwa 60 Jahren entsprachen, lebten im Durchschnitt neun (Männchen) und 14 Prozent (Weibchen) länger als die Kontrollen. Umgerechnet auf ihre Lebenserwartung zur Zeit der Behandlung entspricht das einer Verlängerung um 28 und 38 Prozent.