Kein Hinweis auf verbreitete Resistenz

"Neue Grippe": Bereits über 100.000 Fälle

Weltweit gibt es bereits mehr als 100.000 Fälle der "Neuen Grippe" (genannt auch "Schweinegrippe). Laut dem EU-Seuchenkontrollzentrum ECDC haben sich seit Ende April 100.714 Menschen mit dem H1N1-Virus, auch neue A(H1N1)-Influenza genannt, angesteckt, 441 Personen starben durch die Infektion. Von Dienstag- auf Mittwochabend (8. Juli) gab es in 24 Stunden innerhalb der EU mehr als 200 neue Fälle, in den übrigen Ländern waren es mehr als 1.000 Neu-Ansteckungen. In Österreich sind bisher 24 Betroffene behördlich erfasst.

In Kanada wurde unterdessen ein neuer Virusstamm entdeckt. Es handle sich um ein Reassortment (Neuanordnung, Anm.) aus dem Schweinegrippe-Erreger und der saisonalen Influenza beim Menschen, erklärte die ECDC. Entdeckt wurde der neue H1N1-Typ bei zwei Arbeitern auf einer Schweinefarm in der Provinz Saskatchewan. Laut dem kanadischen Gesundheitsministerium weisen die vorläufigen Untersuchungen auf ein geringes Risiko für die öffentliche Gesundheit hin.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte unterdessen, dass es keinen Hinweis auf Entwicklungen zu einer verbreiteten Resistenz gegen den Neuraminidasehemmer Oseltamivir ("Tamiflu") gebe, mit dem Erkrankte derzeit behandelt werden. In den vergangenen Tagen zeigten die Medikamente bei drei Einzelfällen in Dänemark, Japan und Hongkong keine Wirkung.