Lauer (r) erwartet keine Wunder

Lufthansa: Geschäftsreisen weiter wackelig

Die neue AUA-Mutter Lufthansa gibt auch nach den für gewöhnlich geschäftsträchtigen Sommermonaten keine Entwarnung für die kriselnde Branche. Im Geschäftsreiseverkehr zeichne sich bei Deutschlands größter Fluggesellschaft nach starken Rückgängen zwar eine Bodenbildung ab, sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Stefan Lauer in Frankfurt. Es gebe jedoch noch keine Anzeichen, dass die Nachfrage in dem für Lufthansa besonders wichtigen Geschäft wieder anziehe.

"Wir können hier nicht von heute auf morgen Wunder erwarten", sagte Lauer, der bei Lufthansa für Personalpolitik und die Integration zugekaufter Airlines in den Konzern verantwortlich ist. Die Fluggesellschaft kämpft in der weltweiten Wirtschaftskrise besonders mit der schwächelnden Nachfrage nach Tickets für die Business und First Class, dem Premiumsegment.

Viele Großkunden hätten ihr Verhalten grundlegend geändert und seien extrem preissensibel, sagte Lauer. Die Lufthansa sehe sich bei den Geschäftsreisen immer mehr in der Konkurrenz zu Billiganbietern wie Ryanair oder Easyjet. Im zweiten Quartal hatte das Ausbleiben der zahlungskräftigen Kundschaft die Erlöse der Lufthansa massiv geschmälert. Der Umsatzrückgang fällt daher deutlich stärker aus als das Minus bei den Passagierzahlen.

Um das Ziel eines operativen Gewinns im laufenden Jahr zu erreichen, seien "heftige Anstrengungen" erforderlich, bekräftigte der Manager. Weltweit dürfte die Industrie nach Einschätzung der Lufthansa 2009 noch tiefer in die roten Zahlen rutschen als vom Branchenverband IATA erwartet. "Wir dürften die von der IATA prognostizierten 9 Mrd. (Dollar) noch toppen", sagte Lauer. Im ersten Halbjahr haben Fluggesellschaften weltweit bereits Verluste über 6 Mrd. Dollar eingeflogen.

Lauer bekräftigte das Sparprogramm, mit dem der Konzern seine jährliche Kostenbasis im Passagiergeschäft bis Ende 2011 um 1 Mrd. Euro senken will. In der Verwaltung der Passagiersparte soll mittelfristig ein Fünftel der Arbeitsplätze wegfallen. Auch bei der Integration der Fluglinien bmi, Austrian Airlines und Brussels Airlines sieht Lauer die Lufthansa vor immensen Herausforderungen. "Es sind noch viele Hausaufgaben zu machen", sagte er. So befinde sich derzeit nicht nur die AUA in einer wirtschaftlichen Schieflage.