May: "Implantate sind nicht erkennbar"

Neuer Körperscanner soll Intimsphäre schützen

Forscher in Jena haben einen Körperscanner entwickelt, der ähnlich einer Wärmebildkamera arbeiten und den Eingriff in die Intimsphäre im Vergleich zu herkömmlichen Geräten deutlich verringern soll. "Zu sehen ist ein 2D-Bild des Menschen als leuchtende Fläche, auf der sich versteckte Objekte als Schattenwurf abzeichnen", sagt Physiker Torsten May.

Dadurch könnten Gegenstände ab einer Größe von einem Zentimeter erkannt werden, erläuterte May. Nun solle der Körperscanner am Flughafen Erfurt getestet werden. Bis zur Produktreife könne es noch 1-2 Jahre dauern, schätzte der Forscher am Institut für Photonische Technologien.

Bei den bisher eingesetzten Geräten werden elektromagnetische Wellen ausgesendet und wieder mit einem Detektor (Empfänger) aufgefangen. Dadurch können die Körperumrisse deutlich abgebildet werden, was als Eingriff in die Intimsphäre kritisiert wird. Dieses Problem sollen die Körperscanner der Jenaer Forscher nicht haben.

"Wir nehmen nur die Wärmestrahlung des Menschen auf." Damit entstehe eine Oberflächenaufnahme. "Details wie Implantate oder Ähnliches sind nicht erkennbar." Für das Gerät wird nicht die Infrarot-, sondern die Terahertz-Strahlung genutzt. Das sind spezielle Wellen mit einer Länge von knapp 1 mm, erklärte May.