Peter Long: "Konzernumbaukosten werden sinken"

TUI Travel weckt Hoffnung auf profitables 2010

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Europas größter Reisekonzern blickt wieder optimistisch in die Zukunft und sieht für kommendes Jahr schwarze Zahlen in Reichweite. "Die Kosten für den Konzernumbau werden 2010 und 2011 deutlich sinken, daher wird sich die Ertragskraft verbessern", sagte Firmenchef Peter Long.

Auch die Schätzungen von Analysten deuten auf ein besseres Ergebnis hin: Im Schnitt rechnen die Experten für das Geschäftsjahr 2009/10 (per Ende September) mit einem Nettogewinn von 284 Mio. Pfund (312 Mio. Euro). Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Verlust bereits deutlich reduziert werden - er lag nur noch bei 24 (Vorjahr: 267) Mio. Pfund.

Dass sich das bereinigte Vorsteuerergebnis um 15 % auf 366 Mio. Pfund verbesserte, führte Long vor allem auf Einsparungen infolge des Zusammengehens von TUIs Deutschlandgeschäft und der britischen First Choice im Jahr 2007 zurück. Die entstandene, zu 51 % zur deutschen TUI AG gehörende TUI Travel hat infolge der Fusion die Kosten bereits um 120 Mio. Pfund gesenkt, weitere 60 Mio. sollen 2010 folgen. Mittlerweile komme das Unternehmen in der Hälfte seines Geschäfts auf eine akzeptable Marge von über 3 %, fast doppelt so viel wie 2007, erläuterte Long.

Zwar stagnierte der Umsatz 2008/09 bei 13,9 Mrd. Pfund, weil die Menschen in der Wirtschaftskrise weniger reisten. Nach den Worten von Long flauen die Auswirkungen der Krise aber mehr und mehr ab, die Nachfrage springe wieder an. "Viele sagen sich, wenn ich dieses Jahr schon nicht in den Urlaub gefahren bin, werde ich es nächstes Jahr auf jeden Fall tun", sagte der Konzernchef. "Natürlich wird es auch im Sommer 2010 Gegenwind geben, aber bei weitem nicht so starken wie diesen Sommer."

Rivale Thomas Cook hatte sich am Montag deutlich skeptischer geäußert. "Der Markt ist sehr, sehr schwierig", hatte Firmenchef Manny Fontenla-Novoa erklärt. Dies werde sich 2009 nicht mehr ändern.

Winterzahlen wenig vielversprechend

Bei beiden Firmen sehen die Zahlen für das vergleichsweise kleine Geschäft in der Wintersaison wenig vielversprechend aus. Die Buchungen für die laufende Wintersaison brachen bei TUI Travel im größten Einzelmarkt Deutschland um 15 % und in Westeuropa um 14 % ein - etwas stärker als bei Cook. In Großbritannien betrug das Minus bei TUI Travel 8 %. In der Sommersaison 2010 will TUI in Deutschland die Preise um 5 % senken. In Großbritannien - wo sich die Zahl der Anbieter zuletzt stark verringert hat - hofft das Unternehmen hingegen auf Aufschläge von 3-4 %.

TUI und Thomas Cook hatten ihr Angebot an Pauschalreisen in den vergangenen zwei Jahren um ein Viertel reduziert, um nicht in Preiskämpfe eintreten und auf Rendite verzichten zu müssen. In der kommenden Sommersaison will TUI Travel seine Kapazitäten nun in den meisten Märkten unverändert lassen. Thomas Cook erwägt eine Reduzierung seiner Kapazitäten um bis zu 5 %.

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