Österreichs einziges Autokino ist pleite

Groß-Enzersdorf

Österreichs einziges Autokino ist pleite

Passiva rund 450.000 Euro - fünf Dienstnehmer betroffen.

Über das Vermögen von Österreichs einzigem Autokino in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) ist am Dienstag beim Landesgericht Korneuburg ein Konkursverfahren eröffnet worden. Betroffen sind 39 Gläubiger und fünf Dienstnehmer, die Passiva bezifferte der Alpenländische Kreditorenverband AKV mit rund 450.000 Euro. Über die Aktiva lagen noch keine konkreten Angaben vor.

Witwe stellte Konkursantrag
Als Insolvenzursachen wurden das Ableben von Geschäftsführer Franz Lampesberger sowie Rückgänge der Umsatz- und Besucherzahlen angeführt. Nach dem Tod ihres Mannes (im Oktober 2014) sei ihr eine Fortführung des Betriebs nicht mehr möglich, begründete die Witwe den Antrag auf Eröffnung der Konkursverfahrens. Sie habe noch Übernahmegespräche mit potenziellen Käufern geführt, die letztlich aber scheiterten. Es gebe Bekundungen, nach der Insolvenzeröffnung an einer Übernahme interessiert zu sein.

Zum Masseverwalter wurde Reinhard Lachinger bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis zum 15. April anmelden. Die erste Gläubigerversammlung sowie Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 29. April statt.

Das Autokino hatte jeweils von April bis Oktober geöffnet. Zudem wurde sonntags am Areal der größte Flohmarkt Niederösterreichs abgehalten.

Filme auf einer riesigen Leinwand unter freiem Himmel auf dem Pkw-Rücksitz zu genießen war in den 1960er-Jahren ein neuer Hit der Unterhaltung, im Zeitalter von DVD und häuslichem Großbildschirm-TV aber kaum mehr gefragt. Bereits 2011 hatte der Geschäftsführer, zugleich oberster Vertreter der Kinobranche, angesichts erhöhter Vergnügungssteuer aufgeben wollen, worauf die Gemeinde Hilfe zusagte.